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     Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden.
Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden:
So widerstreb ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit
Wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut.

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     So süß ein Laster ist, so giebts doch keinen Frieden.

Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden.
Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil;
Ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil.

     Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden;

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Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden,

Macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht,
Giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Fürchtegott Gellert: Geistliche Oden und Lieder. Weidmannische Handlung, Leipzig 1757, Seite 100. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Geistliche_Oden_und_Lieder-Gellert.djvu/124&oldid=- (Version vom 31.7.2018)