Seite:FlavJosApionVitaMakkGermanClementz.djvu/45

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

235 „Wenn ihr durchaus darauf besteht, dass ich mich bei euch einfinde, so wisset, dass es zweihundertvier Städte und Dörfer in Galilaea giebt. In jeden dieser Orte will ich je nach eurem Wunsch kommen, nur nicht nach Gabara und Gischala, denn dieses ist die Vaterstadt des Joannes, jenes aber mit ihm verbündet und befreundet.“

236 (46.) Auf diesen Brief gaben mir Jonathas und seine Genossen keine weitere Antwort, veranstalteten vielmehr eine Zusammenkunft ihrer Freunde, zu der auch Joannes zugezogen wurde, und hielten Rat, wie sie mich angreifen könnten. 237 Joannes war der Meinung, man solle in alle Städte und Dörfer Galilaeas schicken, denn in jedem Orte sei doch der eine oder andere mir abgeneigt; diese müsse man dann gegen mich, den gemeinsamen Feind, aufrufen. Komme nun ein solches Vorgehen zu stande, so solle man die Nachricht davon nach Jerusalem schicken, damit auch die dortigen Bürger, nachdem sie erfahren hätten, dass ich von den Galiläern als Feind behandelt würde, sich in gleichem Sinne aussprächen. Wenn das geschähe, würden die Galiläer, die mir noch treu seien, mich aus Furcht verlassen. 238 Dieser Rat des Joannes gefiel den anderen ausnehmend gut. 239 Aber schon um die dritte Stunde der Nacht war ich davon durch einen gewissen Sakchaeus benachrichtigt, der von ihm zu mir überging und mir den Anschlag verriet. Jetzt beschloss ich, nicht länger zu zögern. 240 Ich trug daher einem meiner erprobtesten Leute Namens Jakobus auf, mit zweihundert Mann alle Wege zwischen Gabara und dem übrigen Galilaea zu bewachen, die Wanderer aufzugreifen und sie mir zuzusenden, besonders wenn sich Briefe bei ihnen vorfänden. 241 Ebenso schickte ich meinen Freund Jeremias mit sechshundert Mann an die Grenzen Galilaeas, um die Strassen nach Jerusalem zu beobachten, alle Reisenden, bei denen Briefe gefunden würden, festzunehmen, und die Boten selbst sogleich einzukerkern, die Briefe aber an mich gelangen zu lassen.

Empfohlene Zitierweise:
Flavius Josephus: Des Flavius Josephus Selbstbiographie. Otto Hendel, Halle a.d.S. 1900, Seite 45. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:FlavJosApionVitaMakkGermanClementz.djvu/45&oldid=- (Version vom 4.8.2020)