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In den folgenden Tagen ereignete sich nichts von Wichtigkeit. Das kleine Mädchen erholte sich zusehends und war bald dem Freunde bei dessen Arbeiten behilflich, so gut dies mit dem einen Arme anging. – Heinrich setzte seinen Ehrgeiz darin, die Grotte möglichst behaglich und auch praktisch einzurichten. Aus starken Ästen baute er eine Wand vor dem Eingang, in der er nur eine Tür- und eine Fensteröffnung freiließ. Unter einem nahen, überhängenden Felsen wieder stellte er aus Steinen einen Herd her, so daß sie schon am dritten Tage eine aus gekochtem und gesüßtem Reis bestehende warme Suppe als Mittagsmahl verspeisen konnten. In der Hauptsache aber bestand ihre Nahrung aus Bananen und dem Fleisch der Kokosnüsse. –

Eine Woche war so vergangen. Das Wetter blieb klar und schön, und die Kinder gediehen bei dem steten Aufenthalt in der frischen Luft ganz prächtig. Hin und wieder erstiegen sie auch die höchste Spitze der östlichen Uferberge und schauten auf die weite See hinaus. Aber nur ein Mal erblickten sie in weiter, weiter Ferne die Rauchsäule eines Dampfers. Trotzdem machten sie sich über ihre Zukunft keine Sorgen. Sie rechneten bestimmt damit, daß Kapitän Eschler eines Tages mit der Brigg erscheinen und sie abholen werde. –

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W. Belka: Die Zauberinsel. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Zauberinsel.pdf/24&oldid=- (Version vom 31.7.2018)