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wieder, und krazten sich hinter dem Ohre, oder spielten am Uhrbande. Manche hörten wir sagen: gewinnen wir heute nichts, so hole der Teufel das Lotto!

Die Lose waren gezogen. Die ganze Menge drängte sich dicht an’s Haus. Es entstand eine grose Stille, und der Herold – sprach.

Es war wie wenn die ganze unermeßliche Menschenmasse plözlich von einem elektrischen Schlag gerührt worden wäre. Der vorige Ausdruk der Ungewißheit, wandelte sich plözlich in den Ausdruk entschiedner Ueberzeugung, und ein allgemeines Geräusch tönte über den ganzen Haufen. Einige von den Zuschauern stampften mit den Füsen auf die Erde, – einige schlugen sich mit geballter Faust vor die Stirne, – einige standen starr und todesbleich, – andre zerzausten sich die Hare, – manche schimpften und fluchten, etliche weinten bittere Thränen, – und ein Weib neben uns schlug die Hände über sich zusammen und jammerte: „Das lezte Bettchen hab ich vollends hineingetragen – auch das ist dahin, – nun bleibt mir mit meinen

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Pahl: Die Philosophen aus dem Uranus. [Andrä], Konstantinopel [i.e. Leipzig] 1796, Seite 84. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Philosophen_aus_dem_Uranus.djvu/84&oldid=- (Version vom 31.7.2018)