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     vnd die gantze nacht lon klopffen
Wenn sie dich nit will lassen yn
     so kan sie nit do heyme sein
     das alles kan gredt müllerin
Ja do sie noch im leben was
     die weiber handts auch gelernet das
     vnd künnends denn gredt müllerin baß
Durch solchen dienst vnd soelche kunst
     erwarb sie so ein grassen gunst
Das weltlich geistlich alle sandt
     vff ir iarzeit seind gerandt
     vnd kent man sie in allem landt
Das iarzeit ist in grosser acht
     denn man kein keiser nie hatt gemacht
Wo sie in der kirchen ston
     so schickent sich hyn vß zuo gon
Gen schwindelßheim hyn vff die müll
     do man das iarzeit halten will
Wer von buolschafft hie verdirbt
     mit lachen nach dem waynen wirbt
Vnd küßt sich hie mit lieb zuo todt
     der selb vff dises iarzeit gadt
     vnd kumpt von lieb in leydes not
Denn warlich hie nach lieben werben
     ist in fründtlicheit verderben[1]
     vnd in eignem schmaltz ersterben
Wer vff erden buolen thuot
     der kumet gar sueß in groß armuot


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: verdeben
Empfohlene Zitierweise:
Thomas Murner: Die Mülle von Schwyndelszheym vnd Gredt Müllerin Jarzeit. Straßburg 1515, Blatt 7r. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_M%C3%BClle_von_Schwyndelszheym.djvu/13&oldid=- (Version vom 31.7.2018)