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und 9. Mai 1688 bis Juli 1698 Pfarrverweser in Winden, von wo aus er 9. Mai 1688 bis 1. Oct. 1689 zugleich Steinbruch administrierte. In Winden wurde unter ihm 1690–1691 der Pfarrhof, mit dessen Wiederherstellung bereits P. Tobias Schöppius (Nr. 532) begonnen hatte, nebst allen Wirtschaftsgebäuden völlig ausgebaut. Außerdem wurden die pfarrlichen Weingärten, die bisher der Pfarrverweser selbst verwaltet hatte, mit der Herrschaft Königshof vereinigt, wogegen letztere (bis auf den heutigen Tag) dem jeweiligen Pfarrverweser jährlich zwanzig Eimer alten Weines liefern sollte. Auch wurde der Ochsenzug abgethan und der Pfarrer hatte von nun an an einen Bauern für Bestellung von Grund und Boden 40 fl. zu zahlen. Vom 27. Juli 1698 bis 1. Jänner 1698 war er als Kämmerer, vom 17. Dec. 1699 bis 7. Jänner 1704 als Pfarrverweser von Niedersulz und vom 13. April 1704 bis 19. Sept. 1706 als Schaffner der vorderen Waldungen thätig, am 21. August 1707 wurde er Verwalter in Sparbach und kam von hier am 5. Februar 1710 ins Stift zurück, wo er bis 6. Nov. des nämlichen Jahres das Amt eines Beichtvaters der Conventualen versah. Vom 7. Nov. 1710 bis 8. Juli 1711 war er hierauf Präfect der in Wien studierenden Cleriker, 9. Juli 1711 bis 21. August 1712 Registrator,[1] vom 5. Oct. 1712 bis 12. Juni 1722 Bibliothekar und 5. Oct. 1712 bis an seinen Tod Beichtvater der Conventualen. Am 13. Juni 1723 feierte er seine Jubelprofess und starb als Senior des Stiftes am 2. Nov. 1726. Sein Grab befindet sich im westlichen Flügel des Kreuzganges. Er hinterließ handschriftlich:

Quodlibet praedicabile, praeterito studio, praesenti labore, futurae utilitati conscriptum a me P. Joann. Bapt. Payr, Sac. Cist. Ord. ad S. Crucem professo. (Cod. 409 der Stiftsbibliothek.)

558. Hieronymus Kiernpaur,

am 11. Nov. 1650 zu Mattersdorf in Ungarn geboren, legte am 29. Sept. 1673 die Profess ab, vollendete seine theologischen Studien in Wien und primizierte am 1. Nov. 1677. Ohne ein Amt bekleidet zu haben, starb er im Stifte schon am 14. Februar 1681. Er wird als ausgezeichneter Musiker gerühmt.


  1. Der Registrator hatte die Landesumlagen der Unterthanen „im Walde“ einzucassieren.
Empfohlene Zitierweise:
Florian Watzl: Die Cistercienser von Heiligenkreuz. In Commission der Verlagsbuchhandlung ‚Styria‘, Graz 1898, Seite 125. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Cistercienser_von_Heiligenkreuz.pdf/142&oldid=- (Version vom 24.6.2020)