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Wie sehr diese Vorsorge des Markgrafen an ihrer Stelle war, zeigte sich bald; denn noch immer zogen verdächtige Leute unter mancherlei Mummereien umher. Bald gaben sie sich für Priester, Stationierer und Heiligthumführer aus, bald hatten sie ihre Gesichter übermalt, oder sonst unkenntlich gemacht, so daß ihr zahlreiches Erscheinen in den Gemeinden höchst bedenklich werden mußte.[1]

Zudem drohte nun auch der arme Konrad seine giftigen Wurzeln ins Badische herüber zu treiben.

Die ersten Spuren desselben ließen sich zu Bühl und in der Umgegend bemerken. Wie jetzt allenthalben war auch da der gemeine Mann unzufrieden und aufgeregt, und die leichteste Veranlassung genügte, ihn einem Verführer in die Arme zu werfen, den weiter nichts als die Unverschämtheit bemerkbar machte, mit der er seine Obrigkeit zu höhnen sich erfrechte.

Es war im Sommer 1514, als der herrschaftliche Vogt von Bühl die gewöhnliche Frohn im sogenannten Hartgraben anordnete. Die Pflichtigen erschienen zur gehörigen Zeit, nur ein gewisser Gugel-Bastian von Bühl traf mit einigen Gesellen erst um 10 oder 11 Uhr ein, als die Arbeit beinahe geschehen war. Er hatte die Stunden bis dahin im Wirthshause gesessen, und sich ungescheut grobe Schmähungen gegen den Vogt und die Verfügungen der Regierung erlaubt. Einzelne Frohner, auf welche die Arbeit verstärkt zurückfiel, fiengen an, über das lange Ausbleiben dieser Gesellen zu murren, und von Bestrafung

zu sprechen. Kaum hörte Gugel-Bastian dieses,


  1. Beil. Nro. 26.
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Heinrich Schreiber: Der Bundschuh zu Lehen im Breisgau. Freiburg im Breisgau, 1824, Seite 31. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Bundschuh_zu_Lehen_im_Breisgau.djvu/37&oldid=- (Version vom 31.7.2018)