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Es flimmerte und flammte ihm vor den Augen; sein Gesicht wurde kalt. Da hörte er auf einmal hinter sich eine laute Stimme dieselbe Anzeige herunterlesen. Hätte er nur den Kopf nicht gedreht. Aber es war, als reiße ihm einer das Gesicht herum, und seine Augen trafen in die des Hafenoffizianten, der das Blatt in der Hand hielt und eben der Wirtin die Bekanntmachung vorgelesen hatte. Er schlug mit der flachen Hand auf die Zeitung: „Ja, der wird noch immer gesucht.“

„Er hat woll die Kasse mitgenommen, daß sie so achter ihm her sünd,“ sagte die Wirtin schläfrig.

„Nee, dat is nich wohr,“ rief eine hastige, heisere Stimme, die jäh abbrach. Wer hatte ihn gefragt? Glühend rot beugte sich Klefecker auf sein kaltgewordenes Essen; er rührte darin und konnte doch nichts schlucken; der Offiziant war horchend näher getreten.

„So, Sie kennen ihn persönlich?“ fragte er obenhin, aber mit den Augen schien er viel mehr zu sagen.

„Wen?“

„Den Verschwundenen, den Jäck?“

„Nee, den kenn ick nich;“ der Ton war ziemlich gefaßt, aber die Stimme zitterte etwas.

Der Offiziant nahm einen Stuhl ihm gegenüber und blickte ihm unverwandt ins Gesicht.

„Aber Sie behaupteten doch eben“ –

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Ilse Frapan-Akunian: Zwischen Elbe und Alster. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, Leipzig 1908, Seite 249. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwischen_Elbe_und_Alster_Frapan_Ilse.djvu/249&oldid=- (Version vom 31.7.2018)