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Gesicht und schob den Jungen vorwärts, riß ihn aber ebenso schnell zurück: „Wo hest all wedder rumklei’t? hest wedder in Rönnsteen speelt? Du ol asige Jung!“ Sie gab ihm einen Klaps auf die schmutzigen Fäustchen. – „So ’n Hand kannst Onkel nich bieten, die ’s ja nich rein!“

Der Kleine hatte sein verdutztes Gesicht schnell hinter ihren Rockfalten verborgen; der unglückliche Mann hatte ebenfalls seine Hand zurückgezogen, seine, ach, ganz anders, unreine Hand.

Er sah so traurig aus in diesem Augenblicke; sein Gemurmel, daß er gehen müsse, keine Zeit weiter habe, klang so sonderbar, daß die schnelle Frau ihn mit plötzlichem Erschrecken am Ärmel faßte: „Wo wölt Se denn egentlich hen? Se hewt doch nix hat? Mit min Swester? Mit Gesch? Se wölt doch nich utknipen? Nah Amerika utknipen un min Swester sitten laten?“ Ihre Stimme wurde immer lauter und kläglicher, ihre Augen immer glänzender und forschender.

„Nee, nee, nee!“ sagte er, heftig den Kopf schüttelnd, aber er war ungeübt im Lügen: auf seinen mageren Backen brannte es rot. „Ick hew Geschäften, ick mut wider mit de Isenbahn.“

„So – phie –! kummst du noch nich mit dat Swatt – brot?“ schrie es über die Straße.

Die Frau horchte auf; – „Min Mann lurt

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Ilse Frapan-Akunian: Zwischen Elbe und Alster. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, Leipzig 1908, Seite 243. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwischen_Elbe_und_Alster_Frapan_Ilse.djvu/243&oldid=- (Version vom 31.7.2018)