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Die Frau nickt: „Ja, dat wär möglich, da ward hüt de Dannenbom plünnert.“

Und immer mehr Kunden drängen sich herein, und immer eifriger plaudert der Mann: „Ja, mein werter Herr Nachbar, gewiß sünd sie frisch; sehen Sie woll? ganz springlabendig Nehmen Sie lieber große oder kleine, Madam? Große, ganz recht, sonst hat man soviel Swänze. Und Sie, Fräulein? lieber drei kleine? Sie haben den richtigen Gustus, die kleinen smecken feiner Dree Pund, oll Fründ? kamt Se damit ut? Drei Pund auf’n Prick![1] Ja, ich hab das all so in’n Griff, wissen Sie, meine zwei Hände sind so gut als ’n Wagschale! Süh so, drei schöne Mittelstücken aus jeden! Und nu da ’n büschen Essig über, denn sollen Sie mal sehn, wie die blau werden! – Geht hild her? freut uns, is Geschäft! soll so sein! Uns wird’s so leicht nicht zu –“ er bricht ab und läßt einen Augenblick die Hände ruhen, es ist eben ein kleines Mädchen in die Tür gekommen. – Er meint, die Frau habe ihn gerufen, läßt alles liegen, geht zu ihr hin und flüstert mit beklemmtem Atem: „Wat seggst du?“ Die Frau starrt ihn an, ohne zu antworten. Es wird ihr plötzlich zuviel, das Gedränge und Gerede und das Licht und selbst ihr Mann, der mit den aufgekrempten



  1. auf ein Haar.
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Ilse Frapan-Akunian: Zwischen Elbe und Alster. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, Leipzig 1908, Seite 162. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwischen_Elbe_und_Alster_Frapan_Ilse.djvu/162&oldid=- (Version vom 31.7.2018)