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Krischan,“ sagt sie beruhigend, denn sie sieht, daß er jetzt immer nach der Tür kuckt. Da nun ein neuer Kübel hereingebracht werden soll, benutzt er die Gelegenheit, sich ein bißchen draußen umzusehen.

„Gun Abend, Wobbe,“ sagt eine Nachbarin und drängt sich an ihn heran, „nehmen Sie man Ihr Ida in acht, ich wollt es drinnen nich sagen wegen Ihre Frau, aber es is eben wieder eine ertrunken.“

„Ertrunken? Wer? Wann?“ Wobbe greift sich mit der nassen Hand nach dem Kopf.

„Auf die Alster, ne lüttje Deern,“ flüstert die Frau, „ich hör man, daß Ihre Kleine noch nich zu Haus is.“ –

„Krieg ich bald, Herr Wobbe?“ ruft ein Dienstmädchen, das ihm auf die Straße gefolgt ist und zupft ihn am Ärmel. „Min Olsch ward dull, wenn ick nich wedder kam, und ick hew all so’n kolle Fäut.“

Von der andern Seite hält ihm Trina einen großen zappelnden Fisch vor die Nase: „Herr, de Snieder seggt, dat is keen Karpen, dat is’n Plötzen! kann dat nu woll angahn?“

Dem Wobbe stehen die Schweißtropfen auf der Stirn, wie er wieder zurückkehrt. Die dunkelgeringten Augen seiner kränklichen Frau bohren sich in sein Gesicht: Ida?

„Sie wird bei Swartaus sein,“ wirft er so hin.

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Ilse Frapan-Akunian: Zwischen Elbe und Alster. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, Leipzig 1908, Seite 161. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwischen_Elbe_und_Alster_Frapan_Ilse.djvu/161&oldid=- (Version vom 31.7.2018)