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unfähig je wieder eine Treulosigkeit an mir begehen zu können. So ist es für jezt und für immer zwischen uns, Eustach! nur so sind wir im Gleichgewicht.“

„In diesem Zustand bist Du keiner Ueberlegung fähig! die aufgeregten Nerven beherrschen Dich. Man entscheidet nicht in einem Moment des Schmerzes über das ganze Leben“ .… –

„Nein! sondern der Moment selbst entscheidet!“

„Das wäre zu hart, Cornelie! zu grausam, zu barbarisch! das wäre etwas Ungeheuerliches, dessen kein Weib fähig ist.“

„Das ist ja die ewige Schmach für uns, daß wir uns einschüchtern lassen durch Eure hochtönenden Worte! daß wir uns bewahren wollen den Ruhm der Geduld, der Nachsicht, der lammfrommen Liebe, der Barmherzigkeit gegen den Sünder! rief Cornelie leidenschaftlich. Daß unsre ewige Ohnmacht Euren Schmeicheleien oder Gaukelkünsten gegenüber Euch eine so niedrige Meinung von uns beibringt, daß Ihr kaum anders gegen uns handeln könnt, als Ihr handelt“ .… –

„Siehst Du wie Du bei näherer Betrachtung zu großmüthigen Gesinnungen zurückkehrst! rief Eustach sehr erfreut. Ich appellire ja auch nur an Deine Großmuth, nicht an Deine Gerechtigkeit, mein

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/042&oldid=- (Version vom 31.7.2018)