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ihr von dem älteren Bruder durchaus erfoderlich schien, und getrost ging sie in den Gasthof und bat Corneliens Jäger sie bei der Gräfin zu melden, sobald diese ihren Besuch gemacht.

Antoinette hatte endlich den Bitten so weit nachgegeben, daß sie versprach am Nachmittag nach Altdorf zu kommen und das Weihnachtsfest dort zu verbringen. Während der Zeit hofte man eine kleine Freundliche Wohnung in Glatz für sie ausfindig zu machen. Und so schied man. Auf der Treppe meldete der Jäger Dorothee, und als die Gräfin ihn fragte ob er wisse was sie wolle, und als er entgegnete, sie schiene Dienste zu suchen, war sie Cornelien willkommen, denn Antoinette brauchte nothwendig eine Kammerjungfer. Voll dieses Gedankens war Corneliens erste Frage, ob Dorothee französisch spräche, und als diese erwiderte:

„Ein wenig und sehr schlecht“ -

war sie ganz überrascht einen so glücklichen Fund gemacht zu haben, denn Madame Orzelska verstand nicht eine Sylbe deutsch. Cornelie sprach eine halbe Stunde mit Dorothee, die ruhig und bescheiden ihr ganzes armes kleines Leben ihr erzählte, und der Schluß der Unterredung war ein befriedigender für beide Theile. Cornelie hofte eine recht ordnungsliebende, verständige, bedachtsame und geschickte

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Erster Band. Berlin 1845, Seite 148. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn).djvu/152&oldid=- (Version vom 31.7.2018)