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wartete. Hier endlich die Equilibristin, die darauf wartete, daß die Kollegin im Zirkus bei dem berühmten Purzelbaum über den Babyelefanten endlich mal zu Schaden käme, so daß ihr die Rolle zuerteilt würde.

Was doch viel auf der Welt gewartet wird, dachte Allan, so durch alle Stockwerke der menschlichen Gesellschaft hinauf! und eigentlich immer darauf, daß einem anderen etwas Unangenehmes geschehen möge.

Worauf wartete er denn selbst?

Ah ja richtig, er wartete darauf, seinen Wohnungsschlüssel endlich im Schloß herumgedreht zu haben.

Nun war er bei sich zu Hause.

Er trat vom Gang direkt ins Schlafzimmer, zog den Frack aus und schlüpfte in eine weiche Morgenjacke. Das Bett war aufgedeckt; aber schlafen? - nein - und er empfand doch plötzlich eine lähmende Müdigkeit.

Er ging in das vordere Wohnzimmer, wo sein Schreibtisch stand, und auf einem Schrank die vielen chinesischen Vasen aufgestellt waren, die er aus Peking mitgebracht hatte.

Aus Peking, wohin er vor Jahren auf Betreiben seiner Eltern versetzt worden war - weil er auch damals beim Spiel Riesensummen verloren hatte. In Paris war es gewesen. Der Vater hatte damals gezahlt, und vor der Abreise nach China hatte er ihm das Versprechen

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Elisabeth von Heyking: Weberin Schuld. G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1921, Seite 128. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Weberin_Schuld_Heyking_Elisabeth_von.djvu/136&oldid=- (Version vom 31.7.2018)