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es durch die Erlenwäldchen an den Ufern des Donaukanals gellte.

„Hören Se doch nu endlich mit dem Jebrülle auf – Sie da oben, – oder wollen Sie vielleicht ’n dreibänd’jes Buch über planloses Jeschrei herausjeben!“ rief der Berliner ärgerlich.

„Pst, pst – nur keinen Streit,“ besänftigte Staudacher, – „übrigens, meine Herren, – ich nehme heute schon die Glückwünsche zu unserem künftigen großen Siege in Hamburg entgegen. – Meine Herren, auf diesen Sieg –, meine Herren – hipp – hipp – –.“

Die harmonischen Töne einer Drehorgel schnitten ihm die Worte ab – einen Augenblick Totenstille, dann rhythmisches Trampeln im Ankleideraum der Mannschaft, und alle stimmten begeistert mit ein in das Lied:

„Dös is wos für ’n Weana,
Für a wean’risches Bluat,
Wos a wean’rischer Walzer
An ’m Weana all’s tuat“

*     *     *

Der Ausschluß des Klubs war auf dem Bahnhof versammelt und wartete auf die aus Hamburg heimkehrende Mannschaft in größter Erregung, denn in den Morgenblättern war ein schreckliches Telegramm abgedruckt gewesen:

„Hamburg – Achterrennen um den Staatspreis.
Resultate: Favorit – Hammonia – Hamburg – erste: 6 Min. 2 Sek. Ruderklub „Clia“ – Wien – letzte:
6 Min. 32 Sek.
Interessantes Rennen zwischen Favorit – Hammonia – Hamburg und Berliner Ruderklub. Wien unter acht Booten achtes, kam nie ernstlich in Betracht. Die Arbeit der Österreicher saft- und kraftlos und auffallend marionettenhaft.“

„Sehen Sie wohl, was habe ich jesagt,“ höhnte der

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Gustav Meyrink: Orchideen. München o. J., Seite. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Orchideen_Meyrink.djvu/026&oldid=- (Version vom 31.7.2018)