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Fontana, der sich zu Hause mit seiner geistig beschränkten Mutter in demselben Tone beständig herumbalgte, wie Zuhälter mit ihren Dirnen, und dabei die glänzendsten Proben seines geistig „erleuchteten“ Zustandes ablegte und dem daher sein „Heim“ immer „fremd“ und „ungemüthlich“ vorkam, war bereits dort. Er begnügte sich damit, mich mit zusammengekniffenen, glanzlosen Augen unsäglich blöd anzustieren. Im übrigen war er natürlich schon vollgetrunken wie ein Schwein. Mit der Zeit wurde es in dem engen Locale unerträglich schwül, der Dunst der schwitzenden, wie die Häringe in einem Faß zusammengekeilten Menschen, die verschiedenen, von den Berauschten vergossenen Getränke und der Rauch unzähliger schlechter Cigarren und noch schlechterer Cigaretten machten die Athmosphäre direct uneinathembar. Die meisten sahen dies auch ein und schwankten, wie vom Lichte betäubte Nachtfalter, um die beschmutzten Tische, mit unsicherer Hand nach ihren Überkleidern tappend; nur Fontana saß, die Hände in die Hosentaschen vergraben, wie geistesabwesend da, stierte in die zum Schneiden verdickte Luft und paffte aus einer zerbissenen Cigarre dicke Rauchwolken vor sich hin. Hin und wieder schmatzte er dabei mit seinen schmutzigen Lippen.


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Arnold Hagenauer: Muspilli. Leipzig 1900, Seite 53. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Muspilli_hagenauer.djvu/051&oldid=- (Version vom 31.7.2018)