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die Herrschaft einzelner großer Führer, und da haben die Länder den Vorteil, wo ein einzelner Mann an der Spitze des Staates steht.«

»Sehen Sie, Bridgewater«, sagte Anstruther lachend, »dieser Fremde prophezeit uns einen Kaiser, wenn wir auf dem Pfade der Intervention, Protektion, Expansion, der Kriege und des Inselschluckens verharren.«

»So wollen wir ihn aus dem Klub der Vierzig wählen«, antwortete unser Wirt, »dann werden wir sicher sein, daß er gescheit ist.«

»Ja, gescheit und voll moderner Ideen sollte Sam I. von Amerika freilich sein – sonst müßte er sich ja vor den europäischen Kollegen schämen.«

Auf dem Heimweg sprachen mein Bruder und ich davon, wie oft man hier die Empfindung bekommt, daß die Amerikaner uns Europäer als bemitleidenswert zurückgeblieben ansehen. Nachdem sie uns moderne Geschäftsmethoden gelehrt haben, wollen sie uns jetzt mit modernen Prinzipien im allgemeinen versehen und mit allem, was uns sonst auf geistigem Gebiet fehlen mag. Klingt das nicht sonderbar? Und sie haben doch eigentlich alles von uns, stehen auf unseren Schultern. Mein Bruder sagt, er erinnere sich noch sehr gut der Zeit, wo man nach Amerika kam und für alles so ein gewisses elterliches Wohlwollen hatte; die Amerikaner

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 66. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/67&oldid=- (Version vom 31.7.2018)