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weiteren Form sich alle an der Sirene beobachteten Erscheinungen sehr einfach erklären lassen. Die Erfahrung spricht also in keinem Falle gegen die weitere Form, wohl aber in einigen Punkten gegen die engere.

Diesen Schluß, zu welchem ich durch eine consequente Analyse der in der Erfahrung vorliegenden Thatsachen gelangt war, hat mein gelehrter Gegner (diese Ann. Bd. LXII S. 1[WS 1]) durch eine neue Argumentation angefochten, welcher ich einige Bemerkungen entgegenzustellen habe, wobei ich mich, wie billig, an das halte, was wesentlich die in Rede stehende Frage betrifft[1]. Dieß reducirt sich auf folgende Punkte:

a) Ohm folgert aus seiner Theorie, daß zur Erzeugung eines Tones, dessen Schwingungsmenge ist, nur das eine Glied der Reihe , welches dieselbe Schwingungsmenge in sich trägt, beitragen kann.

b) Obgleich dieser Satz sich der von mir vertheidigten Ansicht zu widersetzen scheine, so gebraucht ihn doch Ohm deshalb nicht gegen dieselbe, weil es möglich sey, daß die folgenden Glieder der Reihe durch eine unregelmäßige Folge von Eindrücken den im ersten Gliede enthaltenen Ton verstärken, wofür das Daseyn der Combinationstöne spreche.

c) Wenn auch diese Verstärkung zugestanden werde, so müsse, wie der erste Ton durch alle folgenden Glieder, so auch der zweite durch alle geraden Glieder, der dritte durch das 9te, 12te … Glied u. s. w. verstärkt werden; dieß führe, wenn man es sich als möglich denken wolle, dahin, daß die Reihe außer dem ersten Tone auch alle folgenden eben so stark oder noch stärker hören lassen würde, wodurch sich die Annahme der weiteren Form von selbst wieder zu nichte mache.

  1. Ich unterlasse es deshalb, auf einen Theil von Ohm’s erster Abhandlung zurückzukommen, auf welchen dieser Gelehrte selbst kein weiteres Gewicht legt, obgleich ich sonst auch in Betreff der hierauf sich beziehenden Bemerkungen seines letzten Aufsatzes Einiges zu meiner Rechtfertigung zu entgegnen haben würde.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. G. S. Ohm: Noch ein Paar Worte über die Definition des Tones. In: Annalen der Physik und Chemie. Band 138, Joh. Ambr. Barth, Leipzig 1844, S. 1 Quellen
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Verschiedene: Annalen der Physik und Chemie, Band LXIII. Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1844, Seite 356. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Annalen_der_Physik_und_Chemie_Bd_63_1844.pdf/367&oldid=3215403 (Version vom 31.7.2018)