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Linien der Familie Planitz, nämlich derer von Auerbach, Wiesenburg und Planitz, gab. Hans von der Planitz starb 1535 zu Weimar, wohin er mit dem Churfürsten Johann Friedrich zur Ausgleichung einer Streitigkeit mit Herzog Georg gereist war, wenige Stunden nach abgehaltener Tafel am Schlagfluss. Seine Gemahlin, Barbara von Schönberg aus dem Hause Schönau, gebar ihm drei Söhne und drei Töchter, von welchen Letzteren Dorothea mit Caspar von Schönberg auf Zschochau, Helene mit Jobst von Carlowitz auf Kreischa und Maria mit Heinrich von Lohma auf Liebsdorf vermählt wurden.

Von Hansens von der Planitz drei Söhnen erbte Hans Friedrich Belgershain, Balthasar Friedrich Göltzsch und Georg Auerbach mit Sorga. Letzterer war Rath des Burggrafen von Plauen, das erste Mal vermählt mit Magdalena von Ende, die am 5. September 1541 von einem Blitzstrahl erschlagen wurde, alsdann mit Margarethe von Schönberg aus Schönau. Er starb 1571. Von seinen zwei Söhnen erhielt Johann Dietrich Auerbach mit Sorga, Georg aber Rützengrün; da Jener indessen um das Jahr 1582 erblos mit Tode abging fielen dessen Besitzungen an seinen Bruder Georg, vermählt mit Margarethe von Wiesenburg, die kinderlos verstarb, worauf der Wittwer sich mit Barbara von Wiesenbach vereheligte, welche ihm nicht weniger als zwölf Kinder, fünf Söhne und sieben Töchter, schenkte. Georg von der Planitz starb am 31. August 1599 und bei der nunmehr erfolgenden Erbauseinandersetzung wurde das Rittergut Auerbach getheilt, wobei Johann Dietrich den oberen Theil, Johann Friedrich aber Sorga erhielt. Da Letzterer nur eine Tochter hinterliess, so fiel Sorga nach seinem Ableben an deren Gemahl Christoph von der Planitz auf Stützengrün, dessen Ehe kinderlos blieb, und es kam das Gut Sorga späterhin durch Kauf an Johann Heinrich von der Planitz auf Auerbach oberen Theils, der mit Maria von Schauroth vermählt war und fünf Kinder hinterliess. Derselbe starb 1643 und Johann Christoph, sein Bruder, vermählt mit Martha von Schauroth trat in den Besitz der Güter und hinterliess dieselben bei seinem 1657 erfolgtem Ableben dem ältesten Sohne Johann Heinrich, Herrn auf Auerbach, Sorga und Plohn, Rittmeister im Regiment Taube, Gemahl Charlottens von Metzsch aus Plohn, die ihm sechs Kinder gebar. Einer seiner Söhne, Heinrich Rudolph, wurde als Cornet 1696 bei einem Feldzuge in Brabant erstochen. Der Rittmeister von der Planitz starb in hohem Alter am 30. Mai 1712 und vererbte die Güter an seinen zweiten Sohn, Christian Ludwig, welcher bereits durch seine Gemahlin Sophie Polixena von Bose aus Mylau auch Lengefeld und Hohengrün besass. Derselbe war ein gelehrter Mann, der sich durch vieles Reisen auch zu einem gewandten und vortrefflichen Cavalier gebildet hatte. Nach seiner eben genannten Gemahlin frühzeitigem Tode verheirathete sich Ludwig von der Planitz mit Magdalena Elisabeth von Bose aus dem Hause Breitingen, und als auch diese starb mit Sophie Auguste von Kosswitz aus Grossböhla. Von seinen hinterlassenen elf Kindern kam Auerbach oberen Theils mit dem Rittergute Sorga 1745 an Christian von der Planitz in dessen Besitze es bis gegen 1780 blieb. Später werden noch als Herren auf Auerbach und Sorga genannt: der geheime Finanzrath und Kreishauptmann Max Gottfried Edler von der Planitz, sowie die Herren Carl Gotthold, Carl Gotthelf Alexander und Carl Gottlob Edle von der Planitz. Zur Zeit ist Besitzer der Rittergüter Auerbach oberen Theils und Sorga Herr Rittmeister Heinrich von Bünau.

Vor der Reformation stand Sorga mit Auerbach in kirchlicher Hinsicht unter der alten Parochie Dobenau. Der deutsche Orden hatte nämlich im vierzehnten Jahrhundert den letzten Grafen von Eberstein auf Plauen und Dobenau dergestalt zu umstricken gewusst, dass der alte schwache Herr ihm das Schloss Dobenau bei Plauen, ein uraltes Besitzthum der Familie, schenkte. Die geistlichen Herren errichteten nun auf Dobenau ein Archidiakonat oder Consistorium, welches nicht nur die Kirchen und Pastorate des Ordens, sondern auch dessen Lehne und Vasallen zu überwachen hatte. Das Diakonat stand unter dem Bischof von Naumburg, an welchen alle Appellationen ergehen mussten; die Comthure zu Plauen aber nannten sich jetzt auch Archidiakonen von Dobenau, und führten als solche im Wappen Johannes den Täufer mit einem Lamme und dem Ordenskreuze. Als 1517 die Kirchenreformation begann und auch im Voigtlande viele Anhänger fand, war Comthur des Ordens zu Plauen Georg Euler, der sofort der neuen Lehre huldigte und selbige zu verbreiten suchte, wobei er von einem Mönche des Plauenschen Dominikanerklosters, Georg Raute, treulich unterstützt wurde. Namentlich wirkte Raute, der ein vortrefflicher Kanzelredner war, mit vielem Erfolg für die Reformation, wodurch er sich freilich, wie ein in der Superintendentur zu Plauen noch vorhandenes Trostschreiben Luthers beweist, bitteren Hass und Verfolgung von seinen bisherigen Ordensbrüdern zuzog. Nachdem Herzog Johann den eifrigen Mönch 1525 zum evangelischen Nachmittagsprediger zu Plauen bestellt hatte, verliess dieser das Kloster, welches noch bis zum Jahre 1533 bestand. Schon 1529 erschien zu Plauen eine churfürstliche Commission unter dem Namen einer Kirchenvisitation, welche aus Christoph Edlen von der Planitz, Amtmann zu Plauen und Voigtsberg, Asmus Spiegel zu Grunau, Joseph Levin Metzsch zu Mylau, Magister Georg Spalatin, Pfarrer zu Altenburg, Johann Reymann, Pfarrer zu Werda und Michael Albert, Bürgermeister zu Altenburg, bestand. Diese Herren sprachen die Voigtländer vom alten katholischen Glauben los und verwiesen sie zum Heile ihrer Seelen an die gereinigte Lehre. Im Jahre 1533 kamen sie wiederum nach Plauen, um das Dominikanerkloster und das dem Kloster Kronschwitz gehörige Dort Strassberg, sowie alle Klostergüter und Besitzungen des deutschen Ordens im Voigtlande aufzuheben und vorläufig unter Sequestration zustellen, welches Schicksal auch das Archidiakonat und Consistorium zu Dobenau betraf. Bei dieser Aenderung mag es indessen nicht ganz ruhig zugegangen sein, denn wie der Pirnaische Mönch berichtet, weigerten sich die Brüder des Dominikanerklosters dasselbe zu verlassen, und so kam es, dass Peter Weingelt, ein Rathsherr, das Kloster erbrechen und die Mönche hinauswerfen liess. Der Pöbel, welcher diesem unerquicklichen Schauspiele beiwohnte, blieb dabei nicht lange unthätig indem er das Kloster und dessen Kirche ausraubte, die nahe Klostermühle zerstörte und die Mönche mit Schlägen traktirte. Die geistlichen Herren hatten sich den Unwillen des Volkes nicht nur durch ihren hartnäckigen Widerstand bei ihrer Ausweisung, sondern namentlich dadurch zugezogen, dass sie kurz vorher verkündigt hatten, der einst in diesem Kloster verstorbene Prior Heinrich von Plauen, welcher in grosser Demuth und Heiligkeit

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Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/84&oldid=2966869 (Version vom 22.12.2016)