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wären, da man ausserdem für gewiss annimmt, dass Wohlbach auf früheren Wohlhausner Grund und Boden erbaut worden ist.

Es lässt die spätere Entstehung von Wohlbach auch daher sich ableiten, dass dieses Pfarrdorf früher und eine lange Zeit hindurch Filial von Markneukirchen war. Erst im Jahre 1545 hat Wohlbach seinen eignen Pfarrer bekommen und auch erhalten, obschon der Ort selbst sehr klein ist und gegen die anderen hiesigen Pfarreien seinen Pfarrer nur gering dotirt hat.

Unter den früheren Gerichtsherren von Wohlhausen zeichneten sich durch Mildthätigkeit und durch sonstige Fürsorge für die Cultivirung hiesiger Gegend, wo die Protestanten Böhmens eine Zufluchtsstätte suchten, vorzüglich unter allen aus, der Oberlandjäger Georg von Carlowitz, welcher in der Gegend von Zwota mit 30 Lehn des hiesigen Waldbodens beschenkt wurde und neue Stätten für die Böhmischen Flüchlinge anlegte.

Von ihm stammt auch das Hammerwerk in Zwota, welches mit der Zeit schnell emporwuchs und an Grösse zunahm.

Im 18. Jahrhundert kam dieses Hammergut an die Gebrüder Mirus die ebenfalls Wohlhausen besassen. Auch diese beiden Brüder machten sich um dasige Gegend sehr verdient. Diese beiden edlen Männer erbauten aus eignen Mitteln die jetzt noch existirende Kirche in Zwota, und durch ihre Mildthätigkeit und Humanität haben sie bei ihren Unterthanen ein unvergessliches Andenken zurückgelassen. In diesen ihrem Streben wurden sie von ihren Nachbesitzern, vorzüglich von der Familie von Römer getreulich unterstützt, und ihr Andenken auch noch im Tode geehrt.

Denn nur rühmend müssen die Unterthanen von Wohlhausen bekennen, dass sie bis auf dem heutigen Tage von der Familie von Römer nur Wohlthaten auf Wohlthaten erhalten haben, die auf Kind und Kindeskinder ihre reichen Früchte bringen werden. Die Ablösungen der Huth und Frohnen sind hier auf eine solche leichte Weise zu Ende geführt worden, wie solche nur möglich waren und überall erblickte man die zarten Rücksichten, die gegen die Pflichtigen Seiten der hiesigen Gerichtsherrschaft genommen worden sind.

In Wohlhausen ist durch Verwendung und Vermittelung der hiesigen Gerichtsherrschaft seit dem Jahre 1841 eine ständige Schule, welche seit einigen Jahren ein neues Schulhaus besitzt, in welchem gegen 50 Kinder unterrichtet werden.

In kirchlicher Hinsicht hält sich Wohlhausen mit Breitenfeld, Gunzen, den auf herrschaftlichen Grund und Boden von Wohlhausen erbauten Häusern in Zwota zu Markneukirchen.

Die Einwohner nähren sich grösstentheils von Ackerbau und der Viehzucht und besteht die Bevölkerung in circa 420 Seelen, welche unter das Gerichtsamt Markneukirchen gehören.

Die von einigen Topographen aufgestellten Ansichten, dass Wohlhausen kurz vor der Ansiedelung in Zwota entstanden sei, sind ganz irrig, da eben schon früher ein Gut oder Vorwerk hier existirte und die Geschichte uns sogar die Namen der Besitzer desselben aufbewahrt hat, wie wir oben früher erörtert haben.

M. G.     



Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 174. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/263&oldid=2972312 (Version vom 7.1.2017)