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Heerführer durch den Tod seine Laufbahn beschlossen, um vor dem Throne Gottes den Lohn seiner Thaten zu empfangen.

Wenn einige Geschichtschreiber melden, dass Holk in Adorf verstorben und dort begraben liege, so kann dieser Irrthum blos dadurch entstanden sein, weil der Leichnam von seinen Soldaten auf der damaligen Heerstrasse über Adorf mitgenommen wurde. Von Adorf aus ist aber der Leichnam weiter in einem zinnernen Sarge nach Dänemark gebracht und dort in der Holkschen Familiengruft beigesetzt worden.

Zu der früheren Gerichtsbarkeit von Troschenreuth gehörte halb Zettlarsgrün und Ebersberg, welches nur eine Viertelstunde von Wiedersberg hinter einem sehr steilen, dem grössten Theil nach mit Holz bewachsenen Berge liegt. Zu diesem Ebersberg gehört auch die sogenannte Hitze, zwei einzeln stehende Häuser, welche ausgezeichnetes Quellwasser haben.

Zum Gemeindeverband von Troschenreuth gehört eine Mühle von zwei Gängen und ein Wirthshaus, die „Klippe“ genannt, nicht uninteressant an der baierischen Grenze gelegen.

Troschenreuth ist mit Heinersgrün, Blosenberg, Ramoldsreuth, und Ebersberg nach Wiedersberg eingepfarrt, über welches bis vor wenig Jahren dem König von Baiern das Collaturrecht zustand, da Wiedersberg zu den sogenannten Streitpfarreien gehörte, die nun von sächsischer Seite besetzt werden.

Aus dem ganzen Kirchenverbande geht deutlich genug hervor, dass die ganzen obgedachten Ortschaften zusammen gehörten und in den frühesten Zeiten eine Herrschaft bildeten, welche im 14. Jahrhundert meissnisches Lehen war und vorher die Voigte von Plauen inne hatten. Nur zu bedauern ist, dass gerade hierüber die näheren Nachrichten fehlen, da im Hussitenkriege und im 30jährigen Kriege die wichtigsten Nachrichten über die hiesige Gegend verloren gegangen sind. Das, was etwa über die Kirche von Wiedersberg hier zu sagen wäre, ist schon bei der Beschreibung von letzterem Orte im 85. Hefte dieses Albums erwähnt und bedarf also hier keiner Wiederholung.

Ebenso ist auch in jener Beschreibung der alten Burgruine bei Wiedersberg gedacht, die wohl das frühere eigentliche Stammschloss der ganzen Herrschaft gewesen sein mag und in den alten Urkunden eine landesherrliche Veste genannt wird.

Die Gegend um Troschenreuth bis Wiedersberg ist hoch und bergig, aber nicht gar rauh und von mittlerer Fruchtbarkeit. Die alten Orte aus dem 11. und 12. Jahrhundert Hartmannsreuth in Süden, Loddenreuth in Osten liegen ganz nahe von hier.

Zum Gute Troschenreuth gehört auch eine grosse Schäferei und aus den zum Rittergute gehörenden grossen schönen Waldungen wird eine vorzügliche Pechnutzung gewonnen.

Die Gerichtsbarkeit von Troschenreuth war schon vor Einführung der neuen Gerichtsorganisation an den Staat abgetreten und mit dem Justizamte Voigtsberg vereinigt worden.

Jetzt gehört Troschenreuth, auch Treschenreuth genannt, mit Ebersberg, Ebersberg mit Hitze, Troschenreuth mit Klippe zum Gerichtsamt Oelsnitz.

Die Orte zusammen haben 65 bewohnte Gebäude mit 375 Einwohnern.

M. G.     



Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 154. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/233&oldid=2972289 (Version vom 7.1.2017)