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Es gehörten dazu Antheile von Dorfstadt, Ellefeld, Falkenstein, Grünbach, Grumbach, Kottengrün, Lottengrün, Schreiersgrün, Trieb, Bergen, Werda, auch die Schäfereien Irrgang und Juchhöh, das Waldhaus, Salzbach, die Jägerhauser Hahnenweg und Lohberg und der Neugraben.

Die Rittergutsgebäude selbst sind nicht von grossem Umfange, doch vortrefflich und gut die Wirthschaftsgebäude und die Bewirthschaftung des Gutes selbst ist eine musterhafte zu nennen.

Das hier gebaute Getreide gehört zu den Mittelsorten des Voigtlandes und die erbaut werdenden Kartoffeln sind dem besten des Voigtlandes beizuzählen. In den letztvergangenen Jahren ist auch für eine gute Viehfütterung auf das Möglichste gesorgt.

Die Einwohner von Oberlauterbach treiben meistens Oeconomie und haben einen guten Nahrungszweig von den ihnen zugehörigen Sandsteinbrüchen, wovon die zugerichteten Steine zu Fensterstöcken, zu Treppen etc. weit und breit versendet werden. Diese Sandsteinbrüche erstrecken sich über Schönau bis Trieb und Bergen und weiter hinauf.

Eingepfarrt ist Oberlauterbach mit Ellefeld, Dorfstadt, Neustadt, Grünbach, Friedrichsgrün, Hammerbrück, Rissbrück, Mühlleithen, Winselburg, Bode, Reumtengrün nach Falkenstein. Das Nähere über Kirche und Schule ist schon bei der Beschreibung von Falkenstein erwähnt worden, so wie auch nicht unerwähnt geblieben, dass die Collatur dem jedesmaligen ältesten Familienhaupte der von Trützschler’schen Familie zusteht und Falkenstein als Kirchort gehört zur Ephorie Auerbach. Dagegen hat Oberlauterbach seine besondere Schule. In Falkenstein hat früher eine Schmelzhütte und eine Glashütte mit Podaschsiederei und Vitriolwerk in Friedrichsgrün bestanden, sind aber bereits seit etwa 30 Jahren eingegangen.

Die früher sehr bedeutende Holzflösse aus den Falkensteiner und Oberlauterbacher Wäldern hat seit etwa 30 Jahren gänzlich aufgehört.

Der jährliche Holzschlag aller Gattungen der Rittergutswaldungen beträgt jetzt höchstens noch 1300 Klaftern. Die Falkensteiner Gutswaldungen stossen nicht, wie hier und da irrthümlich in verschiedenen Handbüchern zu lesen ist, an die böhmische Grenze, sondern werden von dieser durch sächsische Staatswaldungen getrennt.

Der in der Nähe von Falkenstein und Oberlauterbach liegende Wendelstein, aus mehrern Felsgruppen bestehend, ist gleichbedeutend mit Wimmerstein und Bendelstein.

Diese Felsgruppen waren in frühesten Zeiten von ungeheuren hohen Forsten eingeschlossen und soll in dem Innern dieser Felsgruppen einer Sage nach die heilige Vehme die von ihr geladenen Angeklagten vernommen und über dieselben ihr Urtheil gesprochen haben.

Die Lage dieses Felsens war ganz dazu geeignet und man findet allerdings in demselben Spuren von Gängen und eine Art Gewölbe.

Zu Oberlauterbach gehört die Schäferei Irrgang und Juchheh. Der erstere Ort wird deshalb so genannt, weil vorzüglich bei Nachtzeit die Leute sich hier verirrt und in Sümpfe und undurchdringliche Waldungen gerathen sind.

Oberlauterbach hat ausserdem noch 2 Mühlen und ziehmliche Teiche.

Hier sieht man schon den Klöppelsack und einzelne Weber arbeiten nach Falkenstein die sogenannten feinere Falkensteiner Waaren oder die sogenannten Kammertücher.

Die Schiksale, die den Ort Oberlauterbach früher getroffen, waren dieselben, wie solche Falkenstein zu ertragen hatte.

Während des 30jährigen Krieges fiel in der Nähe von Oberlauterbach zwischen den Kaiserlichen und den sie überfallenden Schweden ein hitziges Gefecht vor.

Alle die späteren Nothjahre hat die Armuth hier und in Falkenstein tief empfunden, aber auf der andern Seite wurde von der Gerichtsherrschaft Alles gethan, um Noth und Jammer zu lindern.

Uebrigens gehören die Einwohner von Oberlauterbach zu denjenigen, von welchen die Voigtländische Genügsamkeit im höchsten Maasse zu rühmen ist.

Im Ganzen hat Oberlauterbach als Ort für sich betrachtet, 51 bewohnte Gebäude mit 65 Familienhaushaltungen und 374 Einwohnern.

Der Ort gehört jetzt zum Gerichtsamt Falkenstein, zum Bezirksgericht Plauen, zur Amtshauptmannschaft Plauen, zum Regierungsbezirk Zwickau.

(M. G.)     




Druck von Sturm & Koppe (A. Dennhardt) in Leipzig.
Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 112. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/170&oldid=2972243 (Version vom 7.1.2017)