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wenig ergiebigen Natur ihre reichliche Nahrung. Im Frühjahr, Sommer und Herbst beschäftigen sie sich mit Holzhauen und Stockmachen und im Winter mit Anfahren des Flossholzes in Handschlitten bis zu den Flossbahnen, von wo es dann weiter in die Flossgräben geschafft wird. Da aus den hiesigen Waldungen jährlich 10- bis 12,000 Klafter Holz auf die Flüsse geliefert wird, kann man ermessen, dass es den Einwohnern weder an Arbeit nach an Verdienst fehlt. Die Weiber und Kinder beschäftigen sich überdies noch mit Spitzen- und Blonden-Klöppeln, mit dem Nähen und Sticken der Fabrikwaaren, theils mit dem Häkeln im Tamburin oder auf dem Rahmen, theils mit französischer und deutscher Stickerei. Ein Theil der Waldbewohner beschäftigt sich auch als Bergleute, entweder durch Arbeit auf den Gruben, oder indem sie mit Arzeneien und Olitäten in das Ausland wandern, und dadurch den Unterhalt ihrer Familien besorgen.

In Friedrichsgrün ist eine Glashütte mit Pottaschen-Siederei und Vitriolwerk. Wegen der vortrefflichen Quarze, die man in der Gegend findet, ist das hier fabrizirte Glas sehr schön und gut.

Seit langen Zeiten hat Falkenstein 2 Jahrmärkte gehabt, welche am Montag nach 1. Trinitati und am Montag nach Kreuzeserhöhung abgehalten wurden. Später kam noch ein dritter hinzu, der auf den Montag vor Fastnacht fällt.

Im März 1641 fiel zwischen den Schweden und den Kaiserlichen ein Gefecht bei Falkenstein vor. Die Kaiserlichen zündeten den Ort an, und wurden dabei von den Schweden überfallen und geschlagen.

Noch ist zu bemerken, dass Falkenstein in zwei Theile zerfällt – Falkenstein-Obertheil und Falkenstein-Untertheil. Der Obertheil besteht aus Falkenstein mit Mühlberg und Dorfstadt; der Untertheil aus Oberlauterbach und Collatur. Das Rittergut besass auch noch Antheile von Dorfstadt, Ellefeld, Neustadt bei Falkenstein, Schreyersgrün, Reimtengrün, Werda, Bergen an der Trieb, Trieb und Cottengrün. Die übrigen Antheile von Falkenstein gehören zu den schriftsässigen Rittergütern Dorfstadt, Ellefeld, Mühlberg, Oberlauterbach und Collatur.



Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen V. Section. Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins, Leipzig 1859, Seite 76. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Schl%C3%B6sser_und_Ritterg%C3%BCter_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_V.djvu/115&oldid=2972211 (Version vom 7.1.2017)