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allein die Häuser- und Seelenzahl hat sich seit einigen 30 Jahren um 2 Dritttheile vermehrt. Im Jahre 1840 zählte der Ort schon 187 Häuser mit 957 Seelen, jetzt aber 200 Häuser mit 1100 Einwohnern, welche dem Gerichtsamte Löbau unterworfen sind, wogegen das Rittergut vor der Einführung der neuen Gerichtsorganisation, seine eigne Gerichtsbarkeit hatte, die über den ganzen Ort geübt wurde.

In der Parochie Lawalde, wozu Lauba und Klein-Dehsa gehört, sind 3 Schulen, 1 im Kirchort, 1 in Klein-Dehsa und 1 in Lauba. Letztere wurde bis zum Jahre 1806 vom Lehrer in Klein-Dehsa mit besorgt.

Das Collaturrecht verwalten die jederzeitigen Herrschaften in Nieder-Lawalde und in Klein-Dehsa mit Pertinenzorten, sowie auch der jedesmalige Pastor Primarius in Löbau mit dem Rathe daselbst, als seiner assistirenden Obrigkeit, wobei die Einrichtung stattfindet, dass einer dieser 3 Collatoren 3 hinter einander folgende Jahre das Directorium übernimmt.

Der Kirche in Lawalde, welche in den katholischen Zeiten blos eine Kapelle gewesen ist und von Löbau aus durch einen Kapellan des dasigen Klosterprobstes besorgt worden ist, steht der jedesmalige Archidiaconus in Löbau als Pastor vor.

Lawalde gehörte wie Lauba bis ins 18. Jahrhundert der Familie Mühle, und dieser Familie haben die Bewohner hiesiger Gegend viele Verschönerungen, viele Verbesserungen, viele Wohlthaten um Kirche und Schule zu verdanken. Gesegnet sei ihr Andenken.

Der Hauptnahrungszweig von Lauba, wie Lawalde ist Ackerbau und Leinweberei, die hier in Lauba ebenso stark betrieben wird, wie in Schönbach, und verschafft dem Orte Nahrung und ein reges, lebendiges Leben.

Ausserdem ist im Dorfe noch 1 Wasser- und 1 Windmühle zu finden.

Dass die Lage des Ortes eine schöne und angenehme ist, braucht wohl nicht noch erwähnt zu werden, wer die Gebirgskette, welche von Löbau bis Königsbrück an der Südseite von Bautzen sich hinzieht, genauer kennt und bereist hat.

Die Berge bei Klein-Dehsa gehören zu den erheblichsten nebst dem Frageberg und dem Schwarzenberg.


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Empfohlene Zitierweise:
Gustav Adolf Pönicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III. Section. Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser, Leipzig 1854–1861, Seite 226. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Ritterg%C3%BCter_und_Schl%C3%B6sser_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_III.djvu/337&oldid=- (Version vom 9.10.2016)