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die ersten zwei Jahre ausfüllen und im dritten Jahre das Studium der Physiologie mit ihren näheren Hilfswissenschaften vorgenommen werden. Die zweite Hälfte der Studienjahre wäre zum Studium des Lebens im kranken Zustande und dessen Behandlung bestimmt. Im vierten Studienjahre würde der Zuhörer durch die allgemeine Pathologie mit ihren Hilfswissenschaften, der pathologischen Anatomie und Chemie in das Gebiet der Pathologie, und durch die allgemeine Therapie mit Einschluss der Heilmittellehre und Hygienie in das der Therapie eingeführt; und so vorbereitet würde er die letzten zwei Studienjahre in gehöriger Stufenfolge der medicinischen und chirurgischen Klinik, sowie der Staatsarzneikunde widmen, und obwol schon in der vorauszuschickenden Hodegetik ein kurzer geschichtlicher Ueberblick der allmäligen Entwicklung der medicinischen Wissenschaften erwünscht erscheint, so wird doch am Schlusse ein ausführlicheres Studium der Geschichte der Medicin ein sehr fruchtbares Unternehmen sein [1]. Nach Vollendung an der Hochschule sollen dann die grossen Hospitäler Europa’s oder wenigstens Deutschlands die gesammelten Kenntnisse für das practische Leben abrunden helfen. Humanität, Collegialität, zarte Rücksicht auf das Familiengeheimniss, Opferwilligkeit und Strebsamkeit werden nicht ermangeln, wenn auch langsam, so doch sicher zu einem guten Ziele zu führen.


Druck von A. Leykam’s Erben.

  1. Siehe Prof. A. Förster’s Methodologie.
Empfohlene Zitierweise:
Franz Clar: Einige Worte über ärztliche Schule und Praxis. Leykam, Graz 1864, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aerztliche_Schule_und_Praxis.djvu/21&oldid=- (Version vom 31.7.2018)