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var., s. 148) (Ab 3, Ad 2, Ai 2, Am 1, 2, Ap 1, 3–8, Aq 2, 9, Ba, Be, Cb 1, H 1, Ha 2–6, Hc 1, 3, 4, Hd 2, Lb 1). Der knecht erhält den auftrag die jungen zu schlachten, lässt sie aber (aus mitleid) frei. Mitunter (Ad 2, Ap 8, H 1, Ha 4) bestechen die jungen den knecht durch geld, das der eine von ihnen im überfluss hat. Als helfershelfer bei der flucht erscheint manchmal einer der angehörigen der jungen: die brüder (Ai 1), die schwester (As), der vater (Ap 2), zweimal sogar die mutter (H 6, Lb 2). Gewöhnlich werden in diesen varianten statt der jungen zwei junge hunde (eine katze u. s. w.) geschlachtet und daraus eine mahlzeit bereitet (Ai 1, 2, Am 2, Ap 2–8, Aq 2, 9, Be, Cb 1, H 1, Ha 2, 3, 5, 6, Hc 1, 3, 4, Hd 2). Der nach dem vogel trachtende wird auf diese weise zu dem glauben gebracht, dass die jungen getötet worden seien.

In einigen varianten wird ein anderer vogel (ein hund u. s. w.) statt des zaubervogels geschlachtet, den die jungen gegessen haben (Ab 2, Ad 1, Ae, Af 1, Ai 8, Ap 7, 8, Aq 7, Bb, Bh, Dd 1, Fa, Hc 6, Hd 4), und natürlich sind alsdann solche naheliegenden vögel wie das huhn und der spatz.

Wir kommen zum zweiten teil des märchens.

Die wahl zum
herrscher.
Ein der vollständigen wie der verkürzten märchenform gemeinsamer zug ist das herrscherwerden, und auch in bezug auf die art dieses vorgangs lässt sich, wo er näher erklärt ist, in den verschiedenen formen kein unterschied erkennen. Der junge gelangt zufällig zur wahl eines herrschers, und die fügung entscheidet die wahl zu seinen gunsten. Arten der wahl selbst unterscheiden wir hauptsächlich drei: In Finland und Russland (nebst Lappland) wird derjenige herrscher, in dessen hand oder über dessen haupt sich beim eintritt in die kirche eine kerze von selbst entzündet (Ab 3, Ad 1, 2, Ai 1, 2, 8, Aj 3, Am 2, Ap 1, 2, 4–8, Aq 2, 5, 7, 8, Ba, Bb (?), Gb 2 (?), H 1, 6, Ha 3 (?), 4, Hc 3 (?), 4). Auf einem weiteren gebiet verbreitet sind folgende formen: zum herrscher wird der gemacht, auf dessen haupt sich ein steigen gelassener vogel niedersetzt (Be, Cb 1, Fd 2, 3, Fe 1, Hc 2, He 5, Lb 1, Ma 4), oder wer zufällig als erster an einen bestimmten ort: das stadttor (Dd 4, H 11, He 2, Ja 2, 5, Ma 2, 3), in ein land (Fd 5) gelangt, über eine

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Antti Aarne: Vergleichende Märchenforschungen. Société Finno-ougrienne, Helsingfors 1908, Seite 181. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aarne_Vergleichende_M%C3%A4rchenforschungen.djvu/201&oldid=- (Version vom 31.7.2018)