Allgemeines Deutsches Kommersbuch:45

Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 88, 89
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 045.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[88]

     5. Sause, du Freiheitsklang! brause, wie Donnerklang aus Wolken=
brust! Ein Herz, ein Leben ganz stehn wir, ein Sternenkranz, um
einer Sonne Glanz, voll Himmelslust.

K. Follen. 1817.


          96.     Kaiser Wilhelm I.

L. Bischoff. 1883.

     1. Schlagt an, ihr Trommler, mit dop=pel=ter Macht, ihr Hör=ner, ruft
laut zum Ge=fech=te; denn der Kai=ser der Deut=schen
sprengt in die Schlacht, der Kai=ser aus Zol=lern=geschlech=te, denn der
Kai=ser der Deutschen sprengt in die Schlacht, der Kai=ser aus
Zol=lern=geschlech=te.

     2. Es schnaubt sein Roß von Trakehner Art, weil das Plänkler=
feuer knattert, |: wie Silber so weiß glänzt des Greises Bart, sein
wallender Helmbusch flattert. :|

     3. Laut brüllen Geschütze schon nah und fern, doch lauter schallt
jubelnd und brausend der Gruß der Soldaten für Kaiser und Herrn,
der Gruß von zweihundertmaltausend.

     4. Das ist kein Mann wie ein anderer Mann, vom Augenblick
hoch erhoben; ihn umhüllte fürs Auge, das sehen kann, ein Mantel,
von Strahlen gewoben.

     5. Und den Helm ihm umzieht ein Reif von Gold, der funkelt seit
tausend Jahren dem Feinde zum Schrecken, dem Freunde hold; deß
Erben die Zollern waren,

[89]

     6. Die ohne Mandat das Reich gemehrt in hundert Stürmen und
Schlachten, und ihm ein Kleinod langentbehrt, die Eintracht, wieder
brachten.

     7. Was ist da, jubelt’s im ganzen Heer, des Einzelnen Not und
Verderben genüber des Volks uralter Ehr? Herr Kaiser, befehlt, und
wir sterben!

E. Schneider. 1883.


          97.     Schleswig=Holstein.

     Etwas bewegt. C. G. Bellmann. 1844.

     1. Schleswig=Hol=stein, meer=um=schlun=gen, deutscher Sit=te
ho=he Wacht, wah=re treu, was schwer er=run=gen, bis ein
schön=rer Morgen tagt! Schleswig=Holstein, stammverwandt, wanke
nicht, mein Va=ter=land! Schleswig=Hol=stein, stamm=ver=
wandt, wan=ke nicht, mein Va=ter=land!

     2. Ob auch wild die Brandung tose, Flut und Flut von Bai zu
Bai, o laß blühn in deinem Schoße deutsche Tugend, deutsche Treu!
|: Schleswig=Holstein, stammverwandt, bleibe treu, mein Vaterland! :|

     3. Doch, wenn innre Stürme wüten, drohend sich der Wind erhebt,
schütze Gott die holden Blüten, die ein mildrer Süd belebt! Schles=
wig=Holstein, stammverwandt, stehe fest, mein Vaterland!

     4. Gott ist stark auch in den Schwachen, wenn sie gläubig ihm
vertraun; zage nimmer, und dein Nachen wird trotz Sturm den Hafen
schaun! Schleswig=Holstein, stammverwandt, harre aus, mein Vaterland!