Textdaten
Autor: Gregor Wolný
Illustrator:
Titel: Reimlich (Rybí)
Untertitel:
aus: Kirchliche Topographie von Mähren, meist nach Urkunden und Handschriften. I. Abtheilung. Olmützer Erzdiöcese. III. Band. Seite 175
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Selbstverlag
Drucker: Georg Gastl
Erscheinungsort: Brünn
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: [1]
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]

[175]

Reimlich (Rybí), Lokal-Curatie.

Dieses D., allein zum Kirchsprengel gehörig, liegt 6/8 Ml. onö. von Neu-Titschein am Fuße eines Berges und an der Straße nach Stramberg.

Seelenzahl: 810 Katholiken mähr. Sprache; bei 80 schulpfl. Kinder. Das ganz neue Schulhaus erbaute die Gemeinde 1842.

Patron: Der Religionsfond.

Domin.: Neu-Titschein; in dieser Stadt auch das B. A., G. und die Post.

Curat: seit 13. Juli 1848 Herr Paul Schwach, bisher zu Rottalowitz, geb. zu Freistadtel 1802, ordin. 1826.

Die Kirche zur Auffindung des hl. Kreuzes, welche im D. und am 1848 erweiterten Friedhofe steht, gehört, obwohl zum Theil modernisirt, zu den ältesten dieser Gegend. Sie ist fest gebaut, 9º lang, 4º breit, mit Schindeln gedeckt und hat auf dem hölzernen Thurm (Dachreitter) 3 unbedeutende Glocken, wovon eine 1854 umgegossen und eine neu beigeschafft wurde. Das Hochaltar, mit gutem Holzschnitzwerk aus dem 17. Jahrh., hat man 1815 renovirt, wie auch mit neuem Tabernakel versehen, und 1852 ein neues Seitenaltar zur Mutter Gottes aufgestellt. Auf das Alterthum deuten, außer der ganzen Strucktur, 2 halbrunde Fenster im Presbyterium, nebst der Vorhalle am südl. Eingang und die 2 Stufen abwärts, sowie ein runder großer Taufstein, der außerhalb der Kirche liegt. Auch die Kanzel ist alt, und das Chor (Positiv) von Holz. Seit 1851 wurden wenigstens 3 neue Kaseln durch Wohlthäter angeschafft. Uebrigens hat die Kirche, außer einem kleinen Capital, nur einen geringen Gartenzins.

Von dem alten Beneficium in Reiml. ist nichts bekannt, außer daß die Kirche als Tochter seit 1626 zu Stramberg gehörte, und zwischen 1670 und 1690 ein nichtconsecr. Altar, 1 inwendig vergold. Kelch mit ganz vergold. Patene, 2 Kaseln (1 alt) und 2 Glocken hatte. Der Zehent von da betrug jährl. 24 gehäufte Metz. Korn und so viel Haber.[1] Im J. 1811 bat die Gemeinde um die Errichtung einer Lokalie, aber vergeblich und ebenso 1820, obwohl sie bereits die Kirche und die Lokalswohnung theils hergestellt, theils zu errichten übernommen. Erst als das hochw. Ordinariat das Gesuch wiederholt (22. Oct. 1820 u. 20. Febr. 1821) unterstützt hatte, wurde in Folge dessen durch kais. Entschließung vom 5. Juni 1822 die Lokal-Curatie mit 300 fl. aus dem Religionsfonde dotirt, welcher auch das Patronat, die Gemeinde aber alle Lasten desselben übernahm.[2]

Das Wohngebäude, 1823 von der Gemeinde erbaut, ist ebenerdig und hat die nöthigen Gemächer etc. nebst 1 Gärtchen.

Curate: seit 18. Dec. 1822 Vincenz Ficker, geb. v. Müglitz, † 25. Mai 1843; 20. Dec. d. J. Johann Otto, bisher Curat zu Hwozdna, geb. v. Neu-Titschein, † 26. Oct. 1846; 18. März 1847 Joseph Gruß, bish. Lokal zu Hoschtialkow, geb. v. Aussee, † 20. Febr. 1848; seitdem der gegenwärtige.


  1. Wall. Meseřitsch. Dekan. Matrik. 1672 u. 1690.
  2. 4 Copien in der Olm. Consistor. Registratur.