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Titel: Noch einmal „Wintergärten im Freien“
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aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 320
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[320] Noch einmal „Wintergärten im Freien“. Unsere Leser werden sich freuen, zu erfahren, daß es Wintergärten im Freien, die Carus Sterne in Nr. 9 der „Gartenlaube“ so anziehend schildert, bereits giebt, wenn auch nicht so häufig, wie man wünschen möchte. Man findet sie in kleinen Stadtgärten oder in immergrünen Abtheilungen von Park- und Volksgärten. Praktische Anleitung dazu finden wir in verschiedenen Gartenbüchern und Zeitschriften, unter anderm schrieb unser Mitarbeiter H. Jäger schon vor vierzig Jahren in die „Allgemeine Garten-Zeitung“ von Otto und Dietrich einen Artikel über diesen Gegenstand, wie er auch in verschiedenen späteren Schriften auf denselben zurückkommt. Auch der ersten Frühlingsblumen wird dort ausführlich gedacht. Wer aber sehen will, wie viele Frühlingsblumen zu solchen Gärten geeignet sind, der besuche den Frühlingsgarten „Siebenbergen“, auf einer Insel des Aueparkes in Kassel!

Leider sind unsere derartigen Gärten wegen Mangels an immergrünen und großblätterigen Sträuchern nicht so vollkommen, wie in England und in andern wärmern Gegenden. Erträglich bestellt ist es hiermit nur im südwestlichen Deutschland, wo der Kirschlorbeer, der portugiesische Lorbeer, die Rhododendren und die Stechpalmen unbedeckt sich gut halten. Im Winter 1880 erfroren diese und andere Pflanzen auch in dem milden Baden-Baden. Für den Wintergarten im Freien tragen wir hier noch nach: die herrliche Frühlingshaide (Erica herbacea), die oft schon im Februar blüht, die japanische Quitte (Cydonia japonica) mit großen meist feuerrothen Blumen, die daurische Alpenrose (Rhododendron davuricum) mit röthlichen Blumen und die japanesischen Forsythia viridissima und suspensa mit großen gelben Blumen. Die frühblühende von Bienen umschwärmte Sohl- oder Saalweide, die „Palme“ des Palmsonntags in Süddeutschland, dürfte auch nicht fehlen. Die erwähnte Petasites (Tussilago) fragrans wird des Wohlgeruchs wegen bei uns in Töpfen gezogen, weil sie im Freien nicht zur Geltung kommt.