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Newer Korb voll Venuskinder

Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Newer Korb voll Venuskinder
Untertitel: Allen Jungen Gesellen vnd Jungfrawen / so wol auch andern Mann- vnd Weibspersonen (die dessen bedörfftig) zum besten für Augen gestellt
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Erscheinungsdatum: um 1650
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Quelle: im VD17 unter der Nummer 23:647312B
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Newer Korb voll Venuskinder /
Allen Jungen Gesellen vnd Jungfrawen / so wol auch andern Mann- vnd Weibsperso-
nen (die dessen bedörfftig) zum besten für Augen gestellt.
Ausschnitt 23 647312B 001.jpg



DEmnach bißhero zu der Zeit
     Sich angefangn ein grosser Streit /
An vielen Orten hin vnd her
     Hat hören lassen mit beschwer /
Bey manchem Mann- vnd Weibsperson
     Ein grosse Lamentation[1],
Vnd haben auch gantz vnverhollen
     Dem Heyrathen schuld geben wollen /
Ihrer sehr viel auff dieser Erd
     Seynd auch damit noch hart beschwert /
In dem sie gäntzlich geben vor /
     Wie daß sich nunmehr hett Amor
Verkrochen / in ein Hölen hin
     Oder Pecunia[2] von ihn
Vnversehens gewandert fort /
     Wie vns dann sagt das alt Sprichwort /
Als / Amor vincit omnia[3],
     Das leugst du / sprach Pecunia,
Da ich Pecunia nicht bin /
     So bist du Amor auch bald hin /
Ist also gleichsam überall
     Ein grosser Mangel ohne zahl
Bey der gleichen Leut hie auff Erd /
     Welchs die täglich Erfahrung lehrt /
Dieweil ihnen fast nicht mehr trawen
     Viel Jung Gesellen vnd Jungfrawen /

Daß sie sich in Ehstand begeben /
     Förchten gäntzlich dergleichen Leben /
Vnd sind bißweilen gar anderst gsinnt /
     Haben auch die Beysorg geschwind /
Sie möchten etwan derentwegen
     Auch übl ankommen / vnd dargegen
Haben sie solches vnterlassen /
     Darumb dann billich gleicher massen
Diesen Manns- vnd Weibspersonen allein /
     Weil sie ja so gar forchtsam seyn /
Ist ihnen hier / zu leben wol
     Ein Korb mit Venuskinder voll /
Vor Augen gstellt vnd zugericht /
     Darein sie mit verdecktem Gsicht
Können greiffen mit allem fleiß /
     Damit sie darduch auff die weiß
Ein Venuskind erdappen frey /
     Das gäntzlich ohne Mängel sey /
Wie sie es meynen zu bekommen /
     Haben sie hier in einer Summen /
Sie heben darauß gleich was sie wölln /
     Ein Jungfraw oder Jungen Gsellen /
Darmit wollen sie nur hingehen /
     Allein dabey mich recht verstehen /
Vnd mit diesem zu frieden seyn /
     Was jedem das Glück in gemein

Wird geben / weil hier allerhand
     Sorten seynd / jedoch vnbekannt /
Weil aber sonst das Sprichwort meldt /
     Daß keiner in der gantzen Welt
Ohne Mangel gefunden werd /
     Vnd also auff der gantzen Erd
Fast ein jeder ein Mangel hat /
     So ist zu förchten hie mit rath /
Welcher den allergrösten hat /
     Sey vnbewust / noch frü vnd spat.
Wolan ihr Jüngling vnd Jungfrawen /
     Vnd alle / so dem Glück wolt trawen /
Trettet herbey zu dieser frist /
     Vnd schawet / wo das liebste ist /
So euch das Glück hie möcht beschern /
     Darmit wolt euch gedultig nehrn /
Vnd also darmit vor Lieb nemen /
     Euch dessen gantz vnd gar nicht schämen /
Sondern da es euch hier ist bschert /
     So nemets an / weils niemand wehrt /
Auff daß ewr Klagen werd gestillt /
     Ist dieser Korb euch vorgebildt.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. lat. Wehklagen
  2. lat. Vermögen, Geld(summe)
  3. lat. Sprichwort: Liebe besiegt alles, nach Vergil: Omnia vincit amor, nos et cedamus amori! (Die Liebe besiegt alles, lasst auch uns der Liebe weichen.): Bucolica 10, 69