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Meine Suspension im Jahre 1860 (Wilhelm Löhe)
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Vorwort.


 Mit der nachfolgenden Auseinandersetzung hat der Verfaßer nicht die Absicht gehabt, zu widerlegen, sonst müßte ers ganz anders angefangen haben. Auch wollte er sich im Grunde nicht vertheidigen, da es ja doch die Frage ist, ob es ihm gelungen wäre, und ob man nach Jahresfrist nur noch eine Vertheidigung lesen möchte. Am meisten war ihm darum zu thun, die Mühsal, die ein armer landeskirchlicher Pfarrer in seinem Leben hat, an einem Beispiel darzulegen. Allerdings aber konnte er das nicht, ohne zugleich Sinn und Absicht seines Handelns, aus welchem die Mühsal entsprang, mit vorzulegen. Und dies hinwiederum konnte nicht geschehen, ohne daß auf gewisse Vorwürfe eingegangen wurde. Es ist mir leid, daß ich dabei die Person eines meiner Pfarrkinder nicht schonen konnte; allein da dieselbe durch Zeitungsberichte öffentlich geworden ist, und ich nichts gesagt habe, was nicht in der Gegend jedermann weiß und wohl gar gedruckt ist, mein Zweck auch das Eingehen auf die persönlichen Verhältnisse des Mannes forderte, so konnte ich es nicht ändern. Ich hoffe übrigens die Liebe gegen niemand verletzt zu haben.

 Es wäre beßer gewesen, diese Darlegung meiner Suspension damals zu schreiben, als andere auch darüber redeten und schrieben; ich fand aber leider die Zeit nicht dazu. Jetzt noch etwas| zu veröffentlichen, würde ich mich wohl nicht entschloßen haben, wenn mich nicht fortwährend einige wohlwollende Menschen dazu ermahnt hätten als zu einer noch vielfach erwarteten und nützlichen Sache. Möge die Veröffentlichung auch jetzt noch ihren Zweck erfüllen und wenigstens so viel erreicht werden, daß man erkennt, worauf es mir bei meinem Verhalten angekommen ist! Es fällt mir dabei gar nicht ein, mich am ganzen Leibe weiß und rein waschen zu wollen. Es ist in solchen Fällen sehr schwer, in jeder Einzelheit das Rechte zu treffen, und wäre in diesem Falle vielleicht auch einem anderen nicht möglich gewesen, jedermanns Anerkennung zu erwerben.

 Was ich auf allen meinen Lebenswegen sündigte und fehlte, verzeihe mir der HErr und meine Brüder. Was ich aber zu seiner Ehre gewollt und erstrebt, gethan oder gelitten habe, das wolle er segnen, meine Seele aber zu ihm freudig machen und geduldig in der Noth des Lebens.


 R. Am Tage Marien Magdalenen 1861.


W. L. 





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