Marter in Bielefeld

Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
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Titel: Marter in Bielefeld
Untertitel:
aus: Gedichte dreier Jahre,
Seite 112
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1932
Verlag: Ernst Rowohlt Verlag
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Erscheinungsort: Rowohlt Verlag, Berlin
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld
Kurzbeschreibung:
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MARTER IN BIELEFELD


Es war in Bielefeld so bitter kalt.
Ich sah ein Weib, das nichts als eine knappe
Hemdhose trug. Daß ich erschauerte
Und ihren kalten Zustand heiß bedauerte.

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Denn sie war nur Attrappe – Fleisch aus Pappe.


Ich wäre gar zu gern zu zweit gewesen.
Nun stand ich vor der reizenden Gestalt,
Mußte herabgesetzte Preise lesen,
Und ach, die Ladenscheibe war so kalt.

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Der Frost entlockte meiner Nase Tränen.

Die Dame schwieg. Die Sonne hat gelacht.
In mir war qualvoll irgendwas entfacht.
Es kann kein Mann vor Damenwäsche gähnen.