Markgraf Ludwig von Baden, der Türkenbezwinger

Textdaten
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Autor: Eduard Brauer
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Titel: Markgraf Ludwig von Baden, der Türkenbezwinger
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 315–317
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
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Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
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[315]
Markgraf Ludwig von Baden, der Türkenbezwinger.

Von Malboroughs Heldentagen
Viel Wunder mögt ihr sagen;
Lobsingen, Sieg auf Sieg,
Eugen, dem edlen Ritter, –

5
Hoch strahlt der Helden Dritter,

Der Markgraf Ludewig.

Aus Badens Stamm entsprungen
Von teutschem Blut durchdrungen,
Treufest und ritterlich;

[316]
10
Des Vaterlandes Streiter,

Ein Held, ein gottgeweihter,
Der Markgraf Ludewig.

Wie blitzt im Pulvernebel,
Ein Racheschwert, fein Säbel!

15
Des Halbmonds Glanz verblich,

Ließ er in edlem Grollen
Sein Feldherrnauge rollen,
Der Markgraf Ludewig,

Vor Wien, da hat’s gegolten;

20
Die Türkenhunde wollten

Im Mordbrand jämmerlich
Die Kaiserstadt verheeren,
Da stritt zu Teutschlands Ehren
Auch Markgraf Ludewig.

25
Hei! wie die wilde Bande

Hinaus zum teutschen Lande
Mit Hasenhast entwich!
Hei! wie die Rosse schnoben,
Verfolgt mit Sturmestoben

30
Vom Markgraf Ludewig!


Nun zog durch Ungarns Gauen
Des Krieges Grimm und Grauen;
Hurrah! da pflückte sich
Dem Vaterland zum Ruhme,

35
Manch duft’ge Siegesblume

Der Markgraf Ludewig.

Die Schlacht in Ofens Gründen,
Bei Mohacz wird’s verkünden
Der Nachwelt ewiglich;

40
Salankemen nicht minder:

„Der Türkenüberwinder
War Markgraf Ludewig!“

[317]

Auch an des Rheins Gestaden,
Zu neuem Kampf geladen,

45
Bestand er ritterlich;

Er baute mächt’ge Schanzen
Als Schutzwehr vor dem Franzen,
Der Markgraf Ludewig.

Doch banden seine Hände

50
Des Reiches lahme Stände,

Sie ließen ihn im Stich,
Entzweit durch schnöden Hader;
Drob schwoll die Zornesader
Dem Markgraf Ludewig.

55
Ihr Zagen und ihr Zanken,

Ihr Zaudern und ihr Schwanken
War stets ihm hinderlich;
Und dennoch durft’ er sagen,
Daß ihn kein Feind geschlagen,

60
Der Markgraf Ludewig.


Für all’ sein rühmlich Mühen
Sollt’ ihm viel Undank blühen;
Dem Tod nur beugte sich
Sein Haupt, das lorbeerschwere;

65
Ein Retter teutscher Ehre,

Starb Markgraf Ludewig.

Aus bessern Sängers Munde
Ertönen mag die Kunde,
Ertönen feierlich

70
Zum Vorbild und zur Lehre:

„Ein Retter teutscher Ehre
War Markgraf Ludewig.“

Eduard Brauer.