Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Xanthĭum“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 16 (1890), Seite 796
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Xanthĭum. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 16, Seite 796. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Xanth%C4%ADum (Version vom 19.01.2023)

[796] Xanthĭum L. (Spitzklette, Kropfklette), Gattung aus der Familie der Kompositen, einjährige, kahle, stachlige oder steifhaarige Kräuter mit abwechselnden, gelappten oder eingeschnittenen Blättern und grünen, einhäusigen Blüten, von denen die weiblichen paarweise in einer später erhärtenden Hülle, die männlichen in Köpfchen zusammenstehen, welche sich in den achsel- oder endständigen, kurzen, knäuelartigen Ähren stets oben befinden. Die Frucht ist vom Hüllkelch eingeschlossen und mit hakigen Stacheln versehen. 4 (20) Arten. X. strumarium L., graugrün, 15–60 cm hoch, mit dreilappigen, gezahnten Blättern, war schon den Alten bekannt und findet sich auf der nördlichen Halbkugel an feuchten Orten, Wegen u. dgl. nicht selten. In Europa tritt sie überall bis 58° nördl. Br. auf. In Deutschland, Belgien, Frankreich und einigen Kronländern Österreichs wächst sie weitverbreitet, fast immer aber zerstreut und wenig häufig. In Spanien, Italien, Griechenland und besonders in Ungarn und dem mittlern und südlichen Rußland ist dagegen ihre Verbreitung eine allgemeine. Auch in Asien, Afrika und Amerika kommt sie mehrfach vor, und für viele Orte ließ sich mit voller Sicherheit nachweisen, daß die Pflanze vor kürzerer oder längerer Zeit durch spanische und ungarische Wolle, in welcher die stachligen Früchte leicht haften, verschleppt sei. X. spinosum L., kenntlich an drei gabeligen Dornen am Grunde der Blätter, findet sich in ganz Europa mit Ausnahme von Schweden, Norwegen und Dänemark. Es stammt aus dem südlichen Rußland und verbreitete sich von dort, indem die Früchte den Borsten der Schweine, den Mähnen der Pferde, dem Vlies der Schafe etc. anhafteten, oder indem sie mit allerlei Handelsartikeln, wie Wolle, Häuten, Lohe, Getreide etc., verschleppt wurden; in der Walachei, in Serbien, Ungarn etc. ist es eine wahre Landplage geworden. Ebenso ist es nach Algerien, Chile, den La Plata-Staaten, Uruguay, Brasilien, Nordamerika, dem Kap und Australien verschleppt worden, bedeckt zum Teil weite Strecken und beeinträchtigt die Wollproduktion in hohem Grad.