Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Wachsmuth“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 16 (1890), Seite 307
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Wachsmuth. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 16, Seite 307. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Wachsmuth (Version vom 19.10.2021)

[307] Wachsmuth, 1) Ernst Wilhelm Gottlieb, deutscher Geschichtsforscher, geb. 28. Dez. 1784 zu Hildesheim, studierte in Halle Philologie und Theologie, ward dann Lehrer an der Klosterschule zu Magdeburg, hierauf am Gymnasium zu Zerbst, 1815 an den Franckeschen Stiftungen zu Halle und zugleich Lektor der italienischen und englischen Sprache an der Universität, 1820 Professor an der Universität zu Kiel, 1825 in Leipzig; starb daselbst 23. Jan. 1866. Er schrieb: „Ältere Geschichte der Römer“ (Halle 1819); „Entwurf einer Theorie der Geschichte“ (das. 1820); „Grundriß der allgemeinen Geschichte der Völker und Staaten“ (Leipz. 1826, 4. Aufl. 1875); „Hellenische Altertumskunde“ (Halle 1826–1830, 4 Bde.; 2. Aufl. 1843–46, 2 Bde.), sein bedeutendstes Werk; „Historische Darstellungen aus der Geschichte der neuern Zeit“ (Leipz. 1831–35, 3 Bde.); „Europäische Sittengeschichte“ (das. 1831–39, 5 Bde.); „Geschichte Frankreichs im Revolutionszeitalter“ (Hamb. 1840–44, 4 Bde.); „Weimars Musenhof in den Jahren 1772–1807“ (Berl. 1844); „Das Zeitalter der Revolution“ (Leipz. 1846–48, 4. Bde.); „Allgemeine Kulturgeschichte“ (das. 1850–1852, 3 Bde.); „Geschichte der politischen Parteiungen“ (Braunschw. 1853–57, 3 Bde.); „Geschichte deutscher Nationalität“ (das. 1860–62, 3 Bde.) und „Niedersächsische Geschichten“ (das 1863).

2) Kurt, Philolog, geb. 27. April 1837 zu Naumburg a. S., vorgebildet zu Schulpforta, studierte seit 1856 in Jena und Bonn, ging nach halbjährigem Aufenthalt in Berlin als Lehrer am Joachimsthalschen Gymnasium im Herbst 1860 mit dem archäologischen Reisestipendium nach Italien, fungierte 1861 als Secrétaire interprète bei der preußischen Gesandtschaft in Athen, habilitierte sich 1862 in Bonn für klassische Philologie und alte Geschichte, wurde 1864 ordentlicher Professor in Marburg, 1868 in Göttingen und 1877 in Heidelberg. Seine Hauptschriften sind: „De Timone Phliasio ceterisque sillographis graecis“ (Leipz. 1859); „De Cratete Mallota“ (das. 1860); „Das alte Griechenland im neuen“ (Bonn 1864); „Die Stadt Athen im Altertum“ (bis jetzt Bd. 1, Leipz. 1874); „Studien zu den griechischen Florilegien“ (Berl. 1882); Ausgaben von „Lydus de ostentis“ und den griechischen Kalendern (Leipz. 1863), des Stobäus (Berl. 1884, Bde.) u. der „Sillographorum graecorum reliquiae“ (Leipz. 1885).