Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Schweizer“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Schweizer“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 14 (1889), Seite 765
Mehr zum Thema bei
Wikisource-Logo
Wikisource: [[{{{Wikisource}}}]]
Wiktionary-Logo
Wiktionary: Schweizer
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Schweizer. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 765. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Schweizer (Version vom 01.10.2021)

[765] Schweizer (Schweizergarden, Schweizerregimenter), die ehedem in fremden Diensten stehenden Truppen aus geworbenen Schweizern. Sie standen in der Regel unter eignen Offizieren, hatten eigne Gerichtsbarkeit und dienten (seit Ende des Mittelalters) gegen hohen Sold (Sprichwort: „Point d’argent, point de Suisse“, „Kein Kreuzer, kein Schweizer“) besonders in Frankreich, Holland, Spanien, Piemont, Neapel und im Kirchenstaat; in der spätern Zeit bildeten sie hauptsächlich die Leibgarde despotischer Fürsten (vgl. Fremdentruppen). Jetzt sind solche Militärkapitulationen durch den Bundesrat auf dem Weg des Gesetzes verboten. Vgl. Rudolf, Geschichte der Feldzüge und des Kriegsdienstes der S. im Ausland (Baden 1845, 2 Bde.); v. Mülinen, Geschichte der Schweizer Söldner bis zur Errichtung der ersten stehenden Garde 1497 (Bern 1888). Die Palastwache des Papstes bilden 100 S. in malerischem Kostüm (angeblich von Michelangelo nach der Luzerner Tracht entworfen) mit Hellebarde und Pickelhaube. Allgemein gebraucht man (besonders in Frankreich und Rußland) den Ausdruck S. für Thürhüter, Pförtner; auf Gütern bezeichnet er den Milch- und Käsewirtschafter (vgl. Holländerei).

Schweizer, Alexander, reform. Theolog, geb. 14. März 1808 zu Murten, studierte in Zürich und Berlin und ward 1835 Professor der praktischen Theologie in Zürich, Mitglied des Kirchen- und Erziehungsrats und des Großen Rats sowie 1844 Pfarrer an der Münstergemeinde daselbst; starb 3. Juli 1888. Von seinen Schriften sind außer Predigtsammlungen und Abhandlungen hervorzuheben: „Die Glaubenslehre der reformierten Kirche“ (Zürich 1844–47, 2 Bde.); „Homiletik der evangelisch-protestantischen Kirche“ (das. 1848); „Die protestantischen Zentraldogmen innerhalb der reformierten Kirche“ (das. 1854 bis 1856, 2 Bde.); „Die christliche Glaubenslehre“ (2. Aufl., Leipz. 1877, 2 Bde.); „Pastoraltheorie“ (das. 1875); „Nach rechts und links; Besprechungen über Zeichen der Zeit“ (das. 1876); „Die Zukunft der Religion“ (das. 1878). Eine Autobiographie erschien unter dem Titel: „Professor Dr. A. S.“ (Zürich 1889).