Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Schoppe“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 14 (1889), Seite 607
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Schoppe. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 607. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Schoppe (Version vom 20.12.2022)

[607] Schoppe, 1) (lat. Scioppius) Kaspar, ein durch Scharfsinn ausgezeichneter, aber durch seine maßlose Streitlust und Schmähsucht berüchtigter Philolog, geb. 27. Mai 1576 zu Neumark in der Pfalz, studierte zu Heidelberg, Altdorf und Ingolstadt und ging 1598 in Rom zum Katholizismus über. Wegen eifriger Verteidigung desselben erhielt er den Titel eines Grafen von Clara Valle in Spanien und eines Patriziers von Rom. Doch allmählich wandte er sich gegen alles, was von Bedeutung war, besonders gegen die Jesuiten; selbst Cicero, Varro und vollends die Lateiner der nachaugusteischen Ära meisterte er schonungslos. Allgemein verhaßt, so daß er seine Werke zum Teil pseudonym veröffentlichen mußte, fand er nirgends bleibenden Aufenthalt und starb 19. Nov. 1649 in Padua. Er hat besonders Verdienste um die Reinigung des Latein. Hierher gehören: „Grammatica philosophica“, sein Hauptwerk (Mail. 1628 u. öfter; dazu das unter dem Pseudonym des Mariangelus de Fano Benedicti erschienene „Auctuarium“); „Observationes linguae latinae“ (Frankf. 1609); die Ausgabe von Sanctius’ „Minerva“ (mit Anmerkungen, Padua 1663) u. a. Sonst nennen wir: „Verisimilium libri IV“ (Nürnb. 1596); „Suspectarum lectionum libri V“ (das. 1597); „De arte critica“ (das. 1597); „Scaliger hypobolimaeus“ (gegen Scaliger, Mail. 1606); „Paradoxa literaria“ (das. 1628); „De scholarum et studiorum ratione“ (Padua 1636).

2) Amalie Emma Sophie, geborne Weise, Schriftstellerin, geb. 9. Okt. 1791 zu Burg auf der Insel Fehmarn, kam durch die zweite Verheiratung ihrer Mutter nach Hamburg, widmete sich hier mit Eifer dem Studium der Litteratur und gründete ein Erziehungsinstitut für Töchter. Ihre 1811 mit S., Doktor der Rechte in Hamburg, eingegangene Ehe wurde durch den Tod desselben bald wieder gelöst. Sie siedelte 1851 nach Amerika über, wo sie 25. Sept. 1858 in Schenectady starb. Außer zahlreichen Romanen und Jugendschriften veröffentlichte sie auch „Erinnerungen aus meinem Leben“ (Altona 1838, 2 Bde.).