Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Schaaffhausen“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 14 (1889), Seite 368
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Schaaffhausen. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 14, Seite 368. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Schaaffhausen (Version vom 15.09.2022)

[368] Schaaffhausen, Hermann, Anthropolog, geb. 18. Juli 1816 zu Koblenz, studierte seit 1834 in Bonn Medizin, ging 1837 nach Berlin und widmete sich unter dem Einfluß von Johannes Müller der Physiologie. Nachdem er 1840 das Staatsexamen absolviert hatte, verlebte er die folgenden Jahre teils in seiner Vaterstadt, teils auf Reisen in Deutschland, Paris, London und Italien, mit Vorliebe Kunst- und Altertumsstudien treibend. 1844 habilitierte er sich in Bonn als Privatdozent für Physiologie, ward 1855 außerordentlicher Professor und 1868 Geheimer Medizinalrat. S. ist einer der hervorragendsten Anthropologen der Gegenwart und einer der ältesten und entschiedensten Verteidiger der Lehre von einer fortschreitenden Entwickelung in der Natur. Er war 1873 und 1877 Vorsitzender der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft. Als bezeichnend für die Richtung seiner Forschungen sind folgende Arbeiten hervorzuheben: „Über Beständigkeit und Umwandlung der Arten“ („Verhandlungen des Naturhistorischen Vereins“, Bonn 1853); „Zur Kenntnis der ältesten Rasseschädel“ („Neanderthalschädel“, Müllers „Archiv“ 1858); „Über die Urform des menschlichen Schädels“ (Bonn 1869); „Die anthropologischen Fragen der Gegenwart“ („Archiv für Anthropologie“ 1868); „Über die Methode der vorgeschichtlichen Forschung“ (das. 1871); „Der Schädel Raphaels“ (das. 1883); „Anthropologische Studien“ (das. 1885); „Der Neanderthaler Fund“ (das. 1888).