Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Raphelengh“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Raphelengh“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 13 (1889), Seite 577
Mehr zum Thema bei
Wikipedia-Logo
Wikipedia: Raphelengius
Wiktionary-Logo
Wiktionary:
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Raphelengh. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 13, Seite 577. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Raphelengh (Version vom 11.04.2021)

[577] Raphelengh (Rapheling), Franz, Gelehrter und Buchdrucker, geb. 27. Febr. 1539 zu Lanoy bei Ryssel, erlernte in Nürnberg die Kaufmannschaft, widmete sich dann zu Paris den Wissenschaften, ward Lehrer der griechischen Sprache zu Cambridge, kehrte jedoch bald in seine Heimat zurück und beteiligte sich 1565 infolge seiner Heirat mit Margarete Plantin an der Buchdruckerei ihres Vaters zu Antwerpen. 1586 übernahm er ein Zweiggeschäft derselben zu Leiden, hier zugleich als Professor der hebräischen und arabischen Sprache an der Universität wirkend, und starb daselbst 21. Juli 1597. Ihm besonders verdankt man die große Korrektheit der Plantinschen Drucke, namentlich die „Biblia polyglotta“ (1559–72, 8 Bde.). Er schrieb unter anderm eine hebräische Grammatik, ein chaldäisches und ein arabisches Wörterbuch, das 13 Auflagen erlebte. Seine Söhne Franz und Justus, gleichfalls tüchtige Kenner der alten Sprachen, führten die Druckerei fort.