Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Phloroglucīn“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 13 (1889), Seite 12
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Phloroglucīn. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 13, Seite 1–2. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Phlorogluc%C4%ABn (Version vom 30.05.2023)

[1] Phloroglucīn C6H6O3, eine Substanz, welche durch Spaltung vieler höher zusammengesetzter Pflanzenstoffe, [2] wie Drachenblut, Gummigutt, Kino, Quercitrin, Morin, Maklurin etc., erhalten werden kann, in großen, farblosen Prismen kristallisiert, sich leicht in Wasser, Alkohol und Äther löst und sehr süß schmeckt, bildet ein äußerst empfindliches Reagens auf Holzsubstanz. Bringt man einen Tropfen einer 1/2prozentigen Lösung von P. auf einen Fichtenspan und benetzt die Stelle mit Salzsäure, so färbt sie sich alsbald schön und lebhaft rot mit einem Stich ins Violette. Diese Reaktion ist noch mit einer Lösung von 0,001 Proz. P. durchführbar und daher äußerst wertvoll für die Pflanzenanatomie, indem es z. B. mit ihrer Hilfe gelingt, in den zartesten Keimlingen eine Verholzung der Gefäße nachzuweisen. Auch in technischer Beziehung verdient die Reaktion Beachtung. Alle Holzschleifstoffpapiere werden durch P. intensiv rot; indes werden nicht nur Holz, sondern auch alle verholzten Gewebe gefärbt, während anderseits völlig gebleichter Holzstoff nicht nachgewiesen werden kann, da die Bleichmittel die färbende Substanz zerstören.