MKL1888:Pecht

Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Pecht“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 12 (1888), Seite 799
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Pecht. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 799. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Pecht (Version vom 12.09.2021)

[799] Pecht, Friedrich, Maler und Kunstschriftsteller, geb. 2. Okt. 1814 zu Konstanz, war erst Lithograph, ging dann zum Porträtzeichnen über und bildete sich seit 1839 in Paris unter Delaroche zum Maler aus. Nachdem er die Jahre 1851–54 in Italien zugebracht, ließ er sich in München nieder. Sich hier mit Vorliebe der künstlerischen Gestaltung der modernen Zeit und ihrer Ideale zuwendend, schuf er außer einer Reihe von Ölbildern aus dem Leben Goethes und Schillers, die er meist im Auftrag des Großherzogs von Baden ausführte, auch Illustrationen zu deutschen Klassikern, unter andern die größere Hälfte der Blätter zur Schiller-Galerie (Leipz. 1859), Goethe-Galerie (das. 1863), Lessing- und Shakespeare-Galerie, zu denen er auch die Texte verfaßte, worin er sich zugleich als gewandten Schriftsteller zeigte. Später beschäftigte er sich vorzugsweise mit monumentaler Malerei, verzierte einen Saal des Münchener Maximilianeums mit zwölf Bildern von Feldherren und Staatsmännern und begann dann die Ausschmückung des Konziliumssaals in Konstanz durch eine Reihe die Geschichte der Stadt darstellender Fresken im Verein mit Fr. Schwörer. In der jüngsten Zeit hat er sich ausschließlich der Schriftstellerei gewidmet. Seine in mehreren Zeitschriften veröffentlichten Arbeiten zeichnen sich vornehmlich durch ihre patriotische Tendenz aus. Er gab heraus: „Südfrüchte, Skizzen eines Malers“ (Leipz. 1854, 2 Bde.); „Geschichte der Münchener Kunst im 19. Jahrhundert“ (Münch. 1887 ff.); Berichte über Kunst und Kunstindustrie auf den Weltausstellungen von 1873 (Wien) und 1878 (Paris), „Deutsche Künstler des 19. Jahrhunderts“ (Nördling. 1877–84, 4 Bde.) u. a. Seit 1885 leitet er die Zeitschrift „Die Kunst für alle“.