Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Panófka“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 12 (1888), Seite 654655
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Panófka. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 12, Seite 654–655. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Pan%C3%B3fka (Version vom 26.01.2023)

[654] Panófka, 1) Theodor, Altertumsforscher, geb. 25. Febr. 1801 zu Breslau, studierte daselbst Philologie, bereiste seit 1822 Italien und Sizilien, ging 1826 nach Paris und habilitierte sich ein Jahr später in Berlin. Bald darauf begab er sich von neuem nach Paris, um die Kunstschätze des Herzogs von Blacas [655] zu ordnen und zu veröffentlichen, und reiste mit demselben 1828 abermals nach Italien, wo er die Ausgrabungen von Nola leitete und sich an der Gründung des Archäologischen Instituts (1829) beteiligte. Nach seiner Rückkehr nach Berlin (1836) wurde er zum ordentlichen Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften und 1843 zum außerordentlichen Professor der Archäologie ernannt. Er starb 20. Juni 1858 in Berlin. Von seinen zahlreichen Schriften, in denen sich jedoch meist ein Suchen nach künstlichen Ideenverbindungen und versteckten Anspielungen ungebührlich breit macht, und die heute nur noch durch ihre Abbildungen Wert haben, sind zu erwähnen: „De rebus Samiorum“ (Berl. 1822); „Museo Bartoldiano“ (das. 1827); „Neapels Antiken“ (Stuttg. 1828); „Musée Blacas“ (Par. 1830–33, 4 Lfgn.); „Cabinet du comte de Pourtalès-Gorgier“ (das. 1834); „Bilder antiken Lebens“ (Berl. 1843); „Griechinnen und Griechen, nach Antiken skizziert“ (das. 1844). Zu den Abhandlungen der Akademie steuerte er unter andern bei: „Zeus und Ägina“ (1837) und „Argos Panoptes“ (1837); „Terrakotten des königlichen Museums zu Berlin“ (1841–42); „Die Heilgötter der Griechen“ (1843); „Asklepios und die Asklepiaden“ (1846); „Die griechischen Trinkhörner“ (1850); „Parodien und Karikaturen auf Werken der klassischen Kunst“ (1851); „Zufluchtsgottheiten“ (1854); „Dichterstellen und Bildwerke in ihren wechselseitigen Beziehungen“ (1856).

2) Heinrich, Violinspieler und Gesanglehrer, geb. 3. Okt. 1807 zu Breslau, bezog 1824 die dortige Universität, um die Rechte zu studieren, folgte aber bald danach seiner von Kindheit an ausgesprochenen Neigung zur Musik und bildete sich in Wien unter Mayseders und Hoffmanns Leitung zum Violinvirtuosen und Komponisten aus. Nach längern Kunstreisen, auf denen namentlich in Berlin sein Violinspiel reichen Beifall fand, kam er 1834 nach Paris, wo er, angeregt durch die Leistungen der dort an der Italienischen Oper wirkenden Sänger, sich mehr und mehr dem Kunstgesang zuwandte und denselben unter Bordogni so eifrig studierte, daß er bald neben diesem als einer der gesuchtesten Lehrer gelten konnte. 1847 von Lumley als artistischer Beirat der Direktion des Italienischen Theaters nach London berufen, fand er hier ebenfalls einen ausgedehnten Wirkungskreis als Gesanglehrer, ging jedoch mit Beginn des zweiten Kaiserreichs nach Paris zurück und bethätigte sich dort in gleicher Eigenschaft bis 1866, in welchem Jahr er sich nach Florenz zurückzog. Er starb 18. Nov. 1887 in Karlsruhe. P. hat nicht nur die Violinlitteratur durch eine Anzahl schätzbarer Kompositionen im brillanten Salonstil bereichert, sondern auch durch seine Gesangunterrichtswerke: „L’art de chanter“ (auch in deutscher und italienischer Sprache zu Leipzig und Mailand erschienen) und „Vademecum du chanteur“ das Gesangstudium wesentlich gefördert. Auch als Kritiker hat er Anerkennenswertes geleistet.