Meyers Konversations-Lexikon
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Lahn. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1888–1889, Bd. 10, S. 412. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=MKL1888:Lahn&oldid=- (Version vom 08.05.2011)


Lahn (Plätt), der dünne, zwischen Walzen platt gedruckte (geplättete) Gold-, Silber- oder leonische Draht zur Herstellung von Flittern sowie von Gold- und Silbergespinsten, welche durch Umwickeln von Seidenfäden mit L. entstehen und zu Borten, Fransen, Quasten etc. Verwendung finden; s. Draht.

Lahn, rechter Nebenfluß des Rheins, entspringt bei dem Forsthaus Lahnhof auf dem Jagdberg, dem südlichsten Punkte des Rothaargebirges, im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, südlich von der Siegquelle, in 602 m Höhe, fließt bis Kölbe östlich, von hier bis Gießen südlich, dann südwestlich und mündet, nachdem sie in zahlreichen Windungen den Regierungsbezirk Wiesbaden, Taunus und Westerwald voneinander scheidend, durchflossen, bei Niederlahnstein (62 m ü. M.). Die direkte Entfernung von der Quelle bis zur Mündung beträgt nur 82, die Flußlänge aber 218 km; die Breite bei Wetzlar 32, bei der Mündung 64 m. Die bedeutendsten ihrer Nebenflüsse sind rechts die Dill, der Elb- und der Gehlbach aus dem Westerwald, links die Ohm vom Vogelsberg und die Weil, Ems und Aar aus dem Taunus. Auf ihrem Lauf berührt die L. Marburg, Gießen, Wetzlar, Limburg, Nassau, Ems, Niederlahnstein. Das zum Teil sehr enge Lahnthal ist reich an wechselnden Naturschönheiten, sehenswert auch wegen des kunstvollen Baues der durch dasselbe geführten Eisenbahn von Oberlahnstein nach Wetzlar. 1796 fielen zwischen dem Erzherzog Johann und dem französischen General Jourdan an der L. mehrere Gefechte vor, infolge deren sich die Franzosen auf das linke Rheinufer zurückziehen mußten. Vgl. Spieß, Das Lahnthal (Ems 1866).