Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Kleekrebs“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 9 (1887), Seite 821
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Kleekrebs. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 9, Seite 821. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Kleekrebs (Version vom 20.08.2021)

[821] Kleekrebs, Krankheit am Rotklee, Weißklee, Bastardklee und Inkarnatklee, welche durch einen Schmarotzerpilz, die Peziza ciborioides Fr., verursacht wird. Das Mycelium desselben durchwuchert in den Intercellulargängen die ganze Pflanze, bringt eine Bräunung des befallenen Teils und schließlich eine vollständige Zerstörung des Zellgewebes hervor. Vom November bis April entwickelt der Pilz an der Oberfläche Sklerotien, indem Büschel von Hyphen aus der Epidermis hervorwachsen und allmählich zu soliden, schwarzen, innen weißen, trocknen Körpern von unregelmäßiger Gestalt und von Mohnkorngröße bis zu 12 mm Länge werden. Zuletzt bleiben diese Sklerotien nach gänzlichem Verfaulen der Nährpflanze allein übrig und beginnen im Juli oder August bei Feuchtigkeit die Fruchtträger des Pilzes zu entwickeln. Bei feuchter, eingeschlossener Lage des Kleefeldes und lockerm Boden kann die Krankheit epidemisch auftreten. Wenn sie sich in Kleeschlägen zu zeigen beginnt, so ist wegen der langen Entwickelungsdauer des Pilzes nur einjährige Benutzung und zeitiges Umbrechen des Schlags angezeigt. Vgl. Rehm, Entwickelungsgeschichte eines die Kleearten zerstörenden Pilzes (Götting. 1872).