Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Küstner“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 10 (1888), Seite 359360
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Küstner. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 10, Seite 359–360. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:K%C3%BCstner (Version vom 18.11.2022)

[359] Küstner, Karl Theodor von, verdienter Theaterleiter, geb. 26. Nov. 1784 zu Leipzig, studierte in seiner Vaterstadt und in Göttingen die Rechte und [360] machte nach einer größern Reise durch Deutschland und Frankreich den Feldzug von 1814 als Husarenoffizier der sächsischen Freiwilligen mit. Vorliebe für die dramatische Kunst führte ihn zum Theater, dem er fortan als Intendant seine ganze Thätigkeit widmete. Er führte zunächst (1817–28) auf eigne Rechnung die Leitung des Leipziger Stadttheaters, das er zu bedeutender Höhe erhob, und begründete zugleich eine Pensionsanstalt für die Mitglieder des Theaters (vgl. seinen „Rückblick auf das Leipziger Stadttheater“, Leipz. 1830). Im J. 1830 als Direktor des Hoftheaters nach Darmstadt berufen, legte er schon nach einem Jahr, als der Hof die Unterstützung des Instituts versagte, seine Stelle nieder und stand seit 1833 dem Hoftheater in München vor, wo er seine Geschäftskenntnis wie seinen Kunstsinn von neuem glänzend bewährte. König Ludwig I., dem er sein Trauerspiel „Die beiden Brüder“ (Darmst. 1833) gewidmet hatte, ernannte ihn zum Geheimen Hofrat und erhob ihn 1837 in den Adelstand. 1842 als Generalintendant der königlichen Theater nach Berlin berufen, führte K. hier in den innern technischen, ökonomischen und lokalen Verhältnissen des Theaterwesens die erfolgreichsten Reformen durch, bis er 1851 seinen Abschied nahm. Seitdem lebte er abwechselnd in Berlin und Leipzig, wo er 28. Okt. 1864 starb. Um die dramatischen Schriftsteller hat sich K. in Verbindung mit Holbein durch Einführung der Tantieme (1845), um gesichertere Theaterverhältnisse durch Begründung des „Bühnenvereins“ (1846) verdient gemacht. Theaterhistorisch wertvoll sind seine Schriften: „Vierunddreißig Jahre meiner Theaterleitung“ (Leipz. 1853); „Taschen- und Handbuch für Theaterstatistik“ (das. 1855, 2. Aufl. 1857) und „Album des königlichen Schauspiels und der königlichen Oper zu Berlin“ (Berl. 1858).