Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Hainburg“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 7 (1887), Seite 1023
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Hainburg. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 7, Seite 1023. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Hainburg (Version vom 20.08.2021)

[1023] Hainburg, Stadt in der niederösterreich. Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha, an der Donau, Endpunkt einer (1886 noch unvollendeten) Flügelbahn von Bruck, nahe der ungarischen Grenze, mit dem am andern Donauufer gelegenen Schloß Theben die Porta hungarica bildend, hat alte Mauern und Türme, ein Rathaus mit einem römischen Altar, ein Schloß und eine auf dem Hain- oder Schloßberg stehende Burgruine, mit der Garnison (1880) 4857 Einw., eine große ärarische Tabaksfabrik (1764 Arbeiter), eine Nadelfabrik und ein Bezirksgericht. – An der Stelle der heutigen Stadt H. standen im Altertum mächtige Vorwerke, welche einen Bestandteil der uralten Keltenstadt Carnuntum (s. d.) bildeten. Aus dem römischen Altertum stammt eine Wasserleitung, die jetzt noch im Gang ist. Die genannte Burgruine wird für die im Nibelungenlied genannte Heimburc, die Grenzfeste des Hunnenlandes, gehalten. Sie wurde 1042 von Kaiser Heinrich III. den Ungarn entrissen und hier eine deutsche Kolonie angesiedelt. Seitdem war die Burg Residenz von Angehörigen des österreichischen Regentenhauses. 1260 erfochten bei H. die Österreicher über die Ungarn einen Sieg; 1477 wurde die Stadt von den letztern belagert und 1482 von Matthias Corvinus erobert. Am 7. Juli 1683 wurde sie von den Türken zerstört, wobei fast alle Bewohner ermordet wurden. 1827 brannte sie fast ganz ab, ist aber seitdem schöner wieder aufgebaut worden. 2 km westlich von H. an der Donau liegt Deutsch-Altenburg (s. d.).