Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Häutung“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 8 (1887), Seite 236
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Häutung. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 8, Seite 236. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:H%C3%A4utung (Version vom 10.01.2023)

[236] Häutung, die freiwillige Abstreifung der Haut, besonders wenn dieselbe dabei ihren Zusammenhang bewahrt. H. tritt bei vielen Tieren periodisch (z. B. alljährlich oder allmonatlich) ein und kennzeichnet meist bestimmte Wachstums- und Entwickelungsstufen; oft steht sie auch mit wichtigen Lebensabschnitten in Verbindung, wie bei der Metamorphose der Insekten. Mauserung (s. d.) und Haarwechsel der höhern Tiere und die beständige oder periodische Abschuppung der Oberhaut sind analoge Vorgänge. Die Gliederfüßler (Krebse, Insekten, Spinnen etc.) werfen bei der H. nur die äußerste Hautschicht, nämlich die Chitinlage, ab; da sich aber die letztere bis weit in den Vorder- und Hinterdarm sowie in die Kauwerkzeuge und vielfach auch in die Ausführgänge der Geschlechtsorgane und Drüsen erstreckt, so ist der Vorgang für das Tier ein sehr anstrengender und häufig lebensgefährlicher. Nach der Ablösung der alten, verhältnismäßig harten Chitinschicht kommt die darunter neugebildete zum Vorschein und erhärtet erst allmählich, so daß in der Zwischenzeit die noch weichen Tiere (Flußkrebse in diesem Stadium heißen deswegen Butterkrebse) oft andern zur Beute fallen.