MKL1888:Gartenbau- und Blumenvereine
[922] Gartenbau- und Blumenvereine, Gesellschaften von Gärtnern und Gartenfreunden, welche die Förderung und Hebung des gesamten Gartenbaues zum Zweck haben, deshalb in regelmäßigen Versammlungen ihre Ansichten und Erfahrungen gegenseitig austauschen, auch gewöhnlich Blumen- und Fruchtausstellungen veranstalten und die Herausgabe und Verbreitung von Gartenbau-, Blumen- und pomologischen Zeitungen und ähnlichen Schriften fördern. Der erste Verein dieser Art entstand 1805 in England (London) unter dem Namen Horticultural Society. Derselbe gibt seit 1812 seine Verhandlungen in einer Zeitschrift unter dem Titel: „Transaction of the Horticultural Society of London“ heraus, verfügt über bedeutende Geldmittel und unterhält eine große Anzahl Forscher und Sammler in fast allen Teilen der Erde. Andre Vereine folgten bald nach, sowohl in den großen Städten Englands als in Frankreich, Belgien, Holland. In Deutschland entstand 1822 der Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den königlich preußischen Staaten zu Berlin. Nun folgten die Schweiz, Österreich, Rußland, zuletzt Italien. Einige Vereine verfügen über Grundstücke mit Gewächshäusern etc., viele über Versuchsgärten und Baumschulen. Die meisten Vereine beschränken ihre Thätigkeit auf ihre Stadt und Umgegend, wodurch sie sich und dem Allgemeinen am meisten nützen. Außerdem haben sich viele zu provinziellen Vereinigungen zusammengethan, z. B. der Verband rheinischer, mitteldeutscher und andrer Vereine. Außer allgemeinen Vereinen gibt es solche von Gemüsezüchtern und pomologische Vereine, zu welchen man auch den Deutschen Pomologenverein zählen kann. Das Deutsche Reich zählte 1884: 275 Gartenbau- und verwandte Vereine.