Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Dampfgeschütz“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 4 (1886), Seite 448
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Dampfgeschütz. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 4, Seite 448. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Dampfgesch%C3%BCtz (Version vom 20.11.2022)

[448] Dampfgeschütz. Die Verwandtschaft der Expansionskraft des verbrennenden Schießpulvers mit derjenigen eingeschlossener Wasserdämpfe hat bald nach Erfindung der Dampfmaschinen zu dem Versuch geführt, Wasserdämpfe zum Forttreiben von Geschossen aus Flinten- und Kanonenläufen zu verwenden. 1745 (?) soll bereits eine Dampfkanone in London existiert haben. 1805 unternahm James Watt derartige Versuche, General Chasseloup machte weitere Vorschläge, Girard baute 1814 mehrere sechsläufige Dampfbatterien zur Verteidigung von Paris, welche angeblich 900 Schüsse in der Minute abgeben konnten und 1815 hinter den Wällen placiert wurden, ohne indes praktische Verwendung zu finden. 1823 nahm der amerikanische Ingenieur Perkins Girards Idee wieder auf und konstruierte eine Dampfflinte und ein vierpfündige Kugeln schießendes D., welches 1835 in London, wo der Erfinder es ausstellte, großes Aufsehen erregte. In neuerer Zeit hat Bessemer eine Dampfschießmaschine vorgeschlagen, aus der er in einer Minute mehrere Tausend Gewehrkugeln mit 380 m Geschwindigkeit feuern wollte. Bis jetzt waren alle derartige Versuche ohne Erfolg, weil es der Technik noch nicht gelang, Dampf von hoher Spannung (von mindestens 100 Atmosphären) in genügender Menge zu entwickeln und zuzuleiten.