Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Coniferīn“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 4 (1886), Seite 247
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Coniferīn. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 4, Seite 247. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Conifer%C4%ABn (Version vom 06.01.2023)

[247] Coniferīn C16H22O8 findet sich im Safte des in der Bildung begriffenen jungen Holzes der Nadelhölzer und wird erhalten, wenn man zur Zeit der Holzbildung, im Frühjahr und im Anfang des Sommers, frisch gefällte Stämme von Nadelhölzern entrindet, den Kambialsaft durch Abschaben des in der Bildung begriffenen Holzes sammelt, aufkocht, filtriert, verdampft und die ausgeschiedenen unreinen Kristalle reinigt. Es bildet farblose Nadeln mit 2 Molekülen Wasser, ist löslich in Wasser und Alkohol, nicht in Äther, schmeckt schwach bitter, ist geruchlos, verwittert an der Luft, schmilzt bei 185°, wird durch Erhitzen mit verdünnten Säuren in Zucker und Coniferylalkohol C16H12O3 gespalten, färbt sich, mit Phenol und konzentrierter Salzsäure befeuchtet, intensiv blau (darauf beruht diese auch an Fichtenholz zu beobachtende Färbung) und gibt mit chromsaurem Kali und Schwefelsäure Vanillin, welches vollkommen identisch ist mit dem Körper, dem die Vanilleschoten ihr Aroma verdanken. Man benutzte daher C. anfangs zur Darstellung von Vanillin, welches aber bald mit größerm Vorteil aus anderm Material gewonnen wurde.